Allein in Deutschland werden pro Einwohner und Jahr knapp sieben Kilogramm Kaffee konsumiert, womit das Getränk sogar beliebter ist als Bier. Dabei liegen die USA mit einem Gesamtverbrauch von über 1,2 Mio. Tonnen unangefochten an der Spitze. Trotz Wirtschaftskrise sind die Umsätze mit qualitativ hochwertigem sowie fair gehandeltem Kaffee deutlich gestiegen, wie die Experten der Société Générale aufzeigen. Die internationalen Kaffeepreise haben zuletzt ein neues Siebenmonatshoch erreicht. Der Financial Times zufolge befindet sich Qualitätskaffee aus Kolumbien mit 2,20 Dollar pro Pfund wegen Lieferproblemen sogar bereits auf Zwölfjahreshoch. Seit Dezember seien die Kosten bereits um über 20 Prozent gestiegen. Gleichzeitig steuert der Rohstoff Zucker auf einen neuen Rekordpreis seit 28 Jahren zu. Der weltweit größte Verbraucher und zweitgrößte Produzent Indien drücke den Preis durch eine geringere Produktion bei wachsender Nachfrage nach oben. Dadurch habe sich Rohzucker seit Jahresbeginn um 30 Prozent verteuert.
Obwohl bis zuletzt davon ausgegangen wurde, dass Rezession und Konjunkturflaute ihren Einfluss auf die Kaffeenachfrage üben und zu günstigeren Preisen führen würden, scheinen Kaffeetrinker nicht auf das Luxusgetränk verzichten zu wollen. Zwar hätten die Verbraucher den Konsum mittlerweile aus den Cafés nach Hause verlagert. Die Nachfrage nach dem Produkt selbst sei dennoch ungebrochen. Angaben der International Coffee Organization nach sind die weltweiten Kaffee-Exporte im März 2009 um knapp 500.000 auf rund 9,33 Mio. Säcke Kaffee gestiegen. Allerdings hätten etwa in Kolumbien schwere Regenfälle weite Teile der Ernte zerstört, wodurch ein Mangel an Lieferungen aus dem Land spürbar sei. Der für den Endverbraucher gültige Kaffeepreis besteht zwar mit einem Anteil von knapp 45 Prozent zum überwiegenden Großteil ohnehin aus Steuern, Zöllen und Frachtkosten. Die Lieferengpässe könnten für den Konsumenten in Form von Preissteigerungen dennoch spürbar werden.