Kann die Nahrungsmittelanalyse den Verbraucher schützen?

Auch auf europäischer Ebene stehen Fragestellungen nach einem bestmöglichen Schutz der Verbraucher vor potenziell gefährlichen Nahrungsmitteln auf der Tagesordnung. Elke ANKLAM (European Commission Joint Research Centre, Institute for Health and Consumer Protection) und R. BATTAGLIA (Swiss Quality Testing Service) äußern sich in dem Artikel Can Food Analysis Protect Consumers? zum aktuellen Stand der Diskussion auf europäischer Ebene.
Erstes Ergebnis der Diskussionen zur Lebensmittelsicherheit auf europäischer Ebene wird die Gründung eines Institutes der “European Food Authority” sein, die im Jahr 2002 mit ihrer Arbeit beginnen soll. Folgende Aufgabengebiete seien vorgesehen: novel foods (nutraceuticals und funktionelle Lebensmittel), genetische modifizierte Organismen (man rechnet auf diesem Gebiet mit einer Eskalation der öffentlichen und politischen Diskussion), Hormone in Fleisch (Problemfeld US-Importe), Mykotoxine in Lebensmitteln, BSE und andere übertragbare spongiforme Encephalopathien (TSE), Fragen zur potenziellen Toxizität aller vom Menschen produzierten oder natürlich vorkommenden Toxine. Folgende Prinzipien sollen sich für das Handeln auf europäischer Ebene durchsetzen:

1. From farm to fork,
d.h. völlige Transparenz und Kontrolle aller Schritte der Produktion eines Lebensmittels bis zum Verzehr.

2. The precautionary principle,
d.h. politisches Handeln darf nicht erst dann einsetzen, wenn alle wissenschaftlichen Fragestellungen völlig geklärt sind, sondern muss bereits schon beginnen, wenn sich eine Gefahr abzeichnet.

Damit könnten legislative Maßnahmen bereits vor einer definitiven toxikologischen Bewertung einer Situation einsetzen. Für die Bewältigung von Krisen im Lebensmittelbereich setzen die Autoren für die Zukunft auf ein weltweites Netzwerk von Kontroll-Laboratorien und eine entsprechend hohe Datenbasis mit Monitoring-Studien sowie die Ausbildung entsprechender “Risikoabschätzer” und “Risikomanager” , Endeffekt würden alle Maßnahmen auf eine umfangreichere Kontrolle der Lebensmittel hinauslaufen, wobei die Kosten und Nutzen in einem vernünftigen Verhältnis stehen müssten.

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