Eine aktuelle Metaanalyse von randomisierten klinischen Studien (RCT) hat ergeben: Der tägliche Verzehr von mehr als 35 g rotem Fleisch (verarbeitet und unverarbeitet) hat keinen Einfluss auf die wesentlichen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten (KHK). Für die Studie, die im American Journal of Clinical Nutrition publiziert wurde, analysierten die Autoren 945 Studien, von denen 24 RCT ihre Qualitätskriterien erfüllten und ausgewertet wurden. Die Wissenschaftler sehen ihre Studie als erste RCT-Metaanalyse dieser Art.
Eine weitere Großstudie, bei der mehr als 267.000 Australier beobachtet wurden, zeigte keinen Unterschied der Sterblichkeit zwischen Fleischessern und diversen Formen vegetarischer Ernährung. Diese neuen KHK- & Sterblichkeitsdaten bestätigen die Ergebnisse vorheriger Studien zwischen 2009 und 2016: Weder Vegetarier noch Veganer leben länger als Menschen, die auch Fisch und Fleisch essen.
Vegetarier sogar öfter krank?
Weitere Untersuchungen zeigten keinen Unterschied zwischen Vegetariern und Alles-Essern bei Darmkrebs, Herzkreislauferkrankungen und Schlaganfall. Darüber hinaus lieferten Studien auch folgende Erkenntnisse: Vegetarier leiden häufiger unter Krankheiten als Fleischesser. Unter anderem hatten sie mehr psychische Störungen und öfter Darmkrebs.
„Die aktuellen Studien zeigen klar: Aus Gesundheitsgründen muss niemand auf Fleisch verzichten“, so Ernährungswissenschaftler und Buchautor Uwe Knop, „denn wo noch nicht einmal belastbare statistische Zusammenhänge existieren, wie sollte man da auf die Ide(ologi)e einer Ursache-Wirkungs-Beziehung kommen?“ Da der Vegetarismus in Deutschland mit 3 bis 4 % Vegetariern einer „kulinarischen Diaspora“ gleiche, und viele davon primär aus ethisch-moralischen oder Hipster-Gründen auf Fleisch verzichten, dürfte die Quote der Gesundheitsgläubigen sehr gering sein, schätzt der Oecotrophologe aus Eschborn.
Interessante Randnotiz: Nachdem die WHO im Oktober 2015 öffentlich vor der Krebs-Wurst warnte, ist fast eineinhalb Jahre danach noch immer keine Vollpublikation zur unabhängigen, kritischen Überprüfung ihrer Daten verfügbar. „Es hat da einige Verzögerungen gegeben und die ganze Publikation wird nicht vor Mitte 2017 erhältlich sein” ließ dazu Véronique Terrasse, Pressesprecherin der IARC Communications Group, kurz vor Weihnachten 2016 verlauten.
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