Konkretes Investitionsinteresse

Eine Gemeinschaftsmesse für Metzger und Bäcker in der selben Halle durchzuführen, ist keine schlechte Idee, da vor allem im immer stärker werdenden Außer-Haus-Markt und bei der Suche nach Halbfertigprodukten die Verbraucher bei beiden Handwerkergruppen gleichermaßen nach Angeboten suchen. Die Schnittmenge der Aussteller, die für beide Branchen zugleich interessant sind, dürfte bei vier Fünftel liegen.
Die sich immer mehr ausdehnenden Sektoren Imbiss und Mittagstisch sowie ein ausbaufähiger Partyservice oder gar ein klassisches Cateringgeschäft lassen beide Branchen näher an die Arbeitsweise der Gastronomie heranrücken. Dementsprechend müssen sich die Betriebe mit Technik ausstatten. Das drückte sich auch auf der Nürnberger Messe durch die Anbieter von Maschinen und Geräten aus, die man bislang eher in der Küche einer Gaststätte fand.
Aber auch die Lebensmittelhersteller von Convenience-Produkten waren gefragt. Ein Beispiel ist der Fleischanbieter Haus Königstein, der Schweine- und Geflügelprodukte im Programm hat wie den „Schinkenstern“, der hervorragend zu einem Kaiserbrötchen passt. Wie er berichtete, gehören nicht nur Bäcker, sondern auch Metzger zu den Kunden von Haus Königstein, weil die panierten Formfleischstücke (auch Geflügel) und Buletten zuverlässig gleich in Gewicht und Aussehen sind und sich als Tiefkühlprodukte unkompliziert lagern.
Die Anbieter von fertigen Snacks sahen einen sich öffnenden Markt. Die Lieferanten von Handelsware (Senf, Nudeln beispielsweise) spürten die wachsende Bereitschaft der Handwerker zum Ladenverkauf von passenden Zusatzprodukten, die in die Richtung Feinkost gehen. So genannte Wellness-Produkte werden beliebter. Insbesondere Produkte, die in mehreren bereichen eingesetzt werden können, sind beliebt. Pestogläser beispielsweise können als Handelsware im Laden stehen, im Partyservice eingesetzt oder für besondere Snacks verwendet werden.
Horst Schmidt, Vorstand des Fleischerzentrums Evenord in Nürnberg, bestätigte, dass Maschinen- und Geräteaussteller generell mit den getätigten Abschlüssen zufrieden waren. „Ich weiß, dass mehrere Kutter verkauft wurden und dass vor allem die Verpackungstechnik stark gefragt war“, sagte er. Das unterstreicht den Trend der Kundschaft, fertig zusammengestellte Menüs beim Metzger mitzunehmen und vorverpackte Waren in dieser Form zu kaufen.
Schmidt rief die Handwerksbetriebe auf, unablässig Verkaufs- und Produktnischen zu suchen, um sich von der Konkurrenz abzuheben und auch die Mitarbeiter einzubeziehen, wenn es darum geht, kundenorientiert zu agieren.
Die Vorjahreszahl von gut 9000 Besuchern wurde auch in diesem Jahr erreicht. Aussteller sagten, die Gespräche seien fachgerechter, konkreter und zielstrebiger geführt worden und eine grundsätzliche Bereitschaft zu Investitionen sei spürbar gewesen. Die Neugier der Besucher und die Offenheit, Neues zu wagen, bewegten sich im Aufwärtstrend. Zu den 270 Ausstellern zählten auch Ladenbauer, Dekorationsartikel- und Berufskleidungsanbieter.
Im nächsten Jahr beteiligt sich die Bäko nicht an dieser Ausstellung, weil unmittelbar danach die Internationale Backwarenmesse in München stattfindet und Kräfte bindet. 2007 wird es in Nürnberg wieder das Duo nach dem Motto „Bratwurst sucht Brötchen“ geben.

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