„Die Rente mit 63 wird vielen mittelständischen Betrieben schaden, vor allem in Anbetracht des zunehmenden Fachkräftemangels im Handwerk“, unterstreicht der Münchner Metzgermeister. Gut ausgebildete und leitende Fachkräfte in den Betrieben würden die neue Regelung nutzen und sich aus den Unternehmen verabschieden. „Das sind die Leute, die ich als Chef lange im Unternehmen halten möchte, denn ihre Erfahrung ist nicht ersetzbar.“ Weiterhin sieht er die Gefahr, dass sich kompetente Mitarbeiter schon mit 61 Jahren arbeitslos melden und dann nach zwei Jahren die Rente mit 63 beantragen. „Jegliche Planungssicherheit, wie sie die Rente mit 67 brachte, wäre dahin“, fährt er fort. Zudem sieht er durch die Reformpläne steigende Kosten auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber zukommen. Geschätzt werden ca. 160 Mrd. Euro bis 2030, die aus der Rentenkasse entnommen werden sollen. Irgendwann werde wieder die Frage nach einer Erhöhung der Rentenbeiträge im Raum stehen. „Das ist Abzocke der nächsten Generation. Das kann keine tragfähige Lösung für die Zukunft sein“, betont er. Ein weiteres Problemfeld sieht er darin, dass die Anrechnung von Zeiten des Arbeitslosengeldbezugs weiterhin unklar ist. In bis zu 200.000 Fällen müsse die Rentenverwaltung prüfen, ob die Voraussetzungen für die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren vorliegen oder nicht. Vermerkt ist in den Rentenkonten nur, dass ein Betroffener arbeitslos war, aber nicht, ob er Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe bezogen habe. Das Billigen der Rentenpläne durch das Bundeskabinett sei mit der Vergabe einer TÜV-Plakette an ein Auto vergleichbar, ohne vorher den Motor zu starten. Er fordert daher die Bestätigung der bestehenden Regelung: „Die Rente mit 67 hat zur guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland entscheidend beigetragen. Solange wir an dieser Säule nicht rütteln, wird auch keine neue Agenda 2010 nötig sein.“ www.fleischervervand-bayern.de