Mehr Sicherheit beim Kauf von Ökofleisch?

Frankfurt/M (DGE). BSE-Erreger im Rindfleisch. Antibiotika-Rückstände im Schweinefleisch. Erneut sorgt Fleisch für Schlagzeilen und verunsichert zu Recht den Verbraucher. Kann man deutschem Fleisch noch trauen? Ist Ökofleisch eine sichere Alternative? “Grundsätzlich müssen alle Lebensmittel im Handel gesundheitlich unbedenklich sein – ob aus konventioneller Landwirtschaft, industrieller Produktion oder ökologischem Landbau”, betont Dr. Helmut Oberritter, Wissenschaftlicher Leiter der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), einer der Organisatoren der Kampagne “Talking Food”, dem deutschen Teil der EU-Kampagne für Jugendliche zum Thema Lebensmittelsicherheit. “Wer Lebensmittel produziert und sie vermarktet, muss sich an die Vorschriften des strengen Lebensmittelrechts halten”.

Die Aufschrift “Öko” oder “Bio” sei, so Dr. Oberritter, keine absolute Garantie für BSE-freies Fleisch – zumal noch nicht eindeutig geklärt sei, wie BSE-Erreger ins Fleisch gelangen. Man gehe derzeit aber davon aus, dass primär Tierkörpermehl im Tierfutter und Tierfett im Milchaustauscher für die Übertragung verantwortlich gewesen seien. Beides durfte und darf bei ökologischer Tierhaltung nicht verfüttert werden. “Ökofleisch ist nicht per se gesünder als konventionell erzeugtes Fleisch”, meint Dr. Oberritter. “Allerdings können aufgrund der Unterschiede in der Tierhaltung und Tierfütterung Eintrag und Rückstände bestimmter unerwünschter Stoffe wie Hormone und Antibiotika ausgeschlossen werden – vorausgesetzt der Landwirt hält sich an die strengen Richtlinien des ökologischen Landbaus.”

Seit dem 24.08.2000 müssen mit “Öko” gekennzeichnetes Fleisch oder Fleischerzeugnisse den Anforderungen der EU-Verordnung für die ökologische Tierhaltung entsprechen – egal ob die Ware in Deutschland, anderen EU-Mitgliedstaaten oder Drittländern produziert wurde. Die Richtlinien für die ökologische Tierhaltung gelten europaweit und sind Bestandteil der Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 über den ökologischen Landbau und die Kennzeichnung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel, die zunächst nur für pflanzliche Lebensmittel galt.

Die wichtigsten Elemente der EU-Verordnung ökologische Tierhaltung sind: Flächengebundene und artgerechte Tierhaltung, Verwendung von ökologisch erzeugten Futtermitteln ohne Zusatz von Antibiotika oder Leistungsförderern, Erhaltung der Tiergesundheit vor allem durch das Fördern der natürlichen Widerstandskraft, regelmäßige Kontrollen, Herkunftsnachweis des ökologisch erzeugten Fleisches.

Die EU-Öko-Verordnung gibt dem Verbraucher mehr Sicherheit beim Kauf von Ökofleisch. Wo “Öko” auf der Ware steht, ist Ökofleisch drin. Die Angabe der Kontrollstelle, die überprüft, ob die Vorschriften für den Ökolandbau eingehalten wurden, garantiert dafür. Zusätzliche Sicherheit bieten das Ökoprüfzeichen (ein rundes Siegel mit der Inschrift “öko” und “Anerkannt ökologischer Landbau”) sowie die Zeichen der Ökoverbände wie demeter, ANOG, Bioland, Biokreis, Naturland, Ökosiegel, Gäa oder Biopark. Deren Richtlinien gehen in einzelnen Bereichen über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus.

Die DGE meint: “Niemand muss derzeit auf Fleisch verzichten. Allerdings ist eine Verringerung des Fleischkonsums auf beispielsweise 2 – 3 Fleischmahlzeiten (à 150 g) oder 4 mal 100 Gramm Fleisch pro Woche – bei gleichzeitig höherem Verzehr von Gemüse, Obst, Getreide sowie Kartoffeln – aus gesundheitlichen Gründen grundsätzlich empfehlenswert. Dies gilt natürlich auch für Ökofleisch. Ökofleisch ist eine Alternative zu konventionell erzeugtem Fleisch. Wer es bevorzugt, unterstützt und fördert damit gleichzeitig eine umweltschonende Landbewirtschaftung und artgerechte Tierhaltung. Für die kostenaufwendigere Produktion von Ökofleisch muss der Verbraucher aber bereit sein, einen höheren Preis zu zahlen”.

Informationen zur Lebensmittelsicherheit sowie Details zu Öko-Lebensmitteln und Öko-Verordnung sind in der InternetFactory von Talking Food unter www.talkingfood.de zu finden. Dort gibt es auch Informationen zur Kampagne und zu den Angeboten von Talking Food für Schüler und Lehrer.

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