Die 1. Bayerische Fleischerschule Landshut treibt ihre internationale Ausrichtung voran: Im Rahmen der IFFA in Frankfurt/Main wurde ein Partnerschaftsabkommen mit der Korea Metzgerei Corporation & Institute (KMCI) unterzeichnet. Diese betreibt in Seoul Fleischereien nach deutschen Standards sowie eine private Lehreinrichtung für Metzger. Die Landshuter werden diese Bildungsstätte nun mit Know-how unterstützen. Im Gegenzug kommen südkoreanische Schüler zum Weiterlernen nach Niederbayern. Initiiert haben dass Joint Venture Georg Zinkl, Geschäftsführender Gesellschafter der 1. BFS, und KMCI-Inhaber Ho Sik Yu (61). In ihrer eigenen Fleischerschule veranstaltet die Metzgerfamilie Yu Weiterbildungsseminare, die vom Staat mit bis zu 50 % der Kosten gefördert werden. Künftig erfolgt dies nach offiziellen Lehrplänen der 1. BFS – mit Maßgaben für Fachpraxis und -theorie, von der Wurstherstellung bis zu Marketing und Unternehmensführung. Als Abschluss wird es einen koreanischen Meisterbrief geben. Um zusätzlich den deutschen Meistertitel zu erringen, müssen Interessenten aber weiterhin nach Deutschland kommen, die Sprache lernen und die Prüfung vor dem Fachausschuss einer Handwerkskammer ablegen.
Ho Sik Yu ist optimistisch, pro Jahr je zwei Meisterkurse für etwa 25 Schüler anbieten zu können. Er sieht den Kooperationsvertrag als wichtigen Impuls für die gesamte südkoreanische Fleischerbranche. Ein Vorreiter in dieser Hinsicht ist KMCI-Juniorchef Byung-Kwan Yu (36), der sich in Landshut auf seine Meisterprüfung Ende Juni vorbereitet. Danach möchte er die Leitung der väterlichen Fleischerschule in Seoul übernehmen.
Foto: 1.BFS