Ebelsbach. Der Geschäftsbetrieb der fränkischen Großmetzgerei Espig mit Sitz im unterfränkischen Ebelsbach geht nach der Insolvenzanmeldung in vollen Umfang weiter. Der vorläufige Insolvenzverwalter Robert Wartenberg von der Bamberger Kanzlei Raab & Kollegen will das Unternehmen fortführen und prüft derzeit die Sanierungsaussichten.
„Auf den Geschäftsbetrieb hat die Insolvenzanmeldung zunächst keinerlei Auswirkungen", betonte der vorläufige Insolvenzverwalter Wartenberg. „Alle Verkaufsstellen bleiben geöffnet, die Mitarbeiter werden selbstverständlich bezahlt." Wartenberg hat für die rund 100 Mitarbeiter bei der Bundesagentur für Arbeit die Vorfinanzierung der rückständigen Dezembergehälter in die Wege geleitet. Diese sollen nun kurzfristig ausgezahlt werden. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind bis Ende Februar über das Insolvenzausfallgeld gesichert.
Wartenberg hat sich bereits gestern Abend ins Unternehmen begeben und auf einer Mitarbeiterversammlung die Belegschaft informiert. In den nächsten Tagen wird er sich einen Überblick über die Unternehmensfinanzen verschaffen und die Sanierungschancen prüfen. „Wichtig ist jetzt, den Geschäftsbetrieb fortzuführen und schnell zu stabilisieren", so Wartenberg. „Das Insolvenzgeld verschafft uns einige Wochen Luft, um in Ruhe die Situation zu beurteilen und einen Sanierungsplan zu entwerfen."
Die Metzgerei Espig mit Stammsitz in Ebelsbach betreibt 16 Metzgereifachgeschäfte in Ober-, Mittel-, und Unterfranken, u.a. in diversen REWE-Supermärkten. Weiterhin bietet Espig Catering- und Partyservice-Diensteistungen an und beliefert soziale Einrichtungen. Das Unternehmen erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 4,4 Mio. Euro und hatte durch einen kurzfristigen Liquiditätsengpass am 18. Januar Insolvenz anmelden müssen.
woy/Redaktion Fleischer-Handwerk