Engere Zusammenarbeit der Fleischerverbände aus Bayern, Sachsen und Thürigen
Die Fleischerverbände aus Bayern, Sachsen und Thüringen rücken enger zusammen. Bei ihrer ersten gemeinsamen Mitgliederversammlung in Dinkelsbühl haben sie den Weg für eine künftig noch intensivere Zusammenarbeit bis hin zu einer möglichen Fusion zu einem gemeinsamen Verband aufgezeigt.
Bayerns Ernährungsministerin Michaela Kaniber (CSU) begrüßte diesen Schritt und würdigte die zentrale Bedeutung des Metzgerhandwerks für die regionale Lebensmittelversorgung und die Identität vor Ort. „Mit Ihrer Präsenz in der Fläche garantieren Sie Unabhängigkeit und Souveränität bei der Versorgung unserer Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln aus der Region. Sie sind Heimatversorger im besten Sinne des Wortes“, so die Ministerin.
Ob die Nürnberger Bratwurst, die Thüringer Rostbratwurst oder die Sächsische Bratwurst: Jede dieser beliebten Spezialitäten ist fest mit ihrer Region verbunden, prägt ein Bild nach außen und stiftet Identität nach innen. „Die große Stärke dieser Regionen liegt darin, dass jede ihre eigenen Traditionen und ihren eigenen Charakter bewahrt hat. Gerade weil jede Region ihre Besonderheiten pflegt und zugleich offen für Neues bleibt, passen sie so gut zusammen“, betonte die Ministerin.
Neugierig aufeinander bleiben
Denn Zusammenarbeit funktioniert nach den Worten der Ministerin dort besonders gut, wo Menschen stolz auf ihre Herkunft und Heimat sind und gleichzeitig neugierig aufeinander bleiben. „Gemeinsam bringt man mehr voran. Mit diesem ersten gemeinsamen Treffen demonstrieren die Verbände Einigkeit, Zusammenhalt und Verantwortung“, so die Ministerin weiter.
Dies sei umso wichtiger, da sich die Metzgereien großen Herausforderungen stellen müssen: Steigende Energie‑ und Logistikkosten im Zuge internationale Krisen sowie vor allem eine zunehmende Bürokratie belasten die Betriebe. Die Ministerin: „Sie sind Metzger mit Leib und Seele. Sie wollen in der Produktion tätig sein, das Handwerk voranbringen und nicht immer mehr Zeit am Schreibtisch verbringen und Zettel ausfüllen“.
Mehrwert statt Bürokratie
Sie machte deutlich, dass dem Metzgerhandwerk die Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung gewiss sei. „Neue Bundesgesetze müssen Mehrwert bringen, nicht mehr Bürokratie“, so die Ministerin mit Blick auf die geplanten Änderungen im Arbeitszeitgesetz oder das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz in Richtung Berlin.
Im bundesweiten Vergleich hat Bayern die meisten Metzgerbetriebe (2.498) mit ca. 33.000 Beschäftigten. Zudem verfügt Bayern mit 30 Verkaufsstellen je 100.000 Einwohner über die zweithöchste Dichte in Deutschland.
Im Bild oben (von li.): Lars Bubnick, Geschäftsführer des Landesinnungsverbands für das bayerische Fleischerhandwerk, Thomas Hönnger, Präsident des Fleischerhandwerks Thüringen e.V., Michaela Kaniber, Bayerns Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, Nora Seitz, Landesinnungsmeisterin des Sächsischen Fleischer-Innungsverbands und Mitglied des Deutschen Bundestags, sowie Konrad Ammon, Landesinnungsmeister und Vorstandsvorsitzender des Landesinnungsverbands für das bayerische Fleischerhandwerk.