Mobile Präsenz ein Muss

Die Zukunft von offline ist online – vorausgesetzt, der Einzelhandel passt sich den Erwartungen der Verbraucher an. Aus Kundensicht werden stationäre Händler vielfach nur noch als Abholstation, aber nicht mehr als Ort der Kaufentscheidung genutzt. Die Gründe liegen darin, dass im mobilen Internet alle nötigen Informationen zur Produktauswahl und zum Produktvergleich vorliegen. Diese können schnell, bequem und zu jedem Zeitpunkt von nahezu überall erreicht werden. Für den stationären Handel bedeutet das, dass er ohne Präsenz im mobilen Internet aus Kundensicht nicht mehr als präsent wahrgenommen wird.

 

Diese Erkenntnis wird durch die Studie zum digitalen Kaufverhalten vom Handelsverband Deutschland HDE, dem eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein zusammen mit der Bonial.com Gruppe, bestätigt. Die im dritten Jahr veröffentliche Untersuchung über die „Zukunft und Potenziale von standortbezogenen Diensten für den stationären Handel“ zeigt den aktuellen Stand der standortbezogenen Nutzung von Smartphones (Location-based Services, LBS) im Zeitreihenvergleich zu 2013 und 2014. Dafür hat das Marktforschungsunternehmen Innofact AG in einer zweistufigen Untersuchung 2.018 Personen ab 14 Jahren befragt.

 

Smartphones als lokale Einkaufshelfer

In kürzester Zeit hat sich das mobile Internet unangefochten zum Medium für „unterwegs“ entwickelt: Gut 94 % der Befragten (2014: 92 %) nutzen das Smartphone als Infoquelle außer Haus. Das sind 65 % der erwachsenen Bevölkerung. Die Implikationen für den Handel sind enorm, vor allem da auch die Erwartungen der Kunden in Hinblick auf Nutzungsmöglichkeiten des mobilen Internets erheblich ansteigen. Die Informationssuche auf dem Smartphone nimmt in allen abgefragten Kategorien deutlich zu, unabhängig davon, ob daraufhin der Kauf im Geschäft, am Laptop oder direkt auf dem Smartphone erfolgt. Während 2013 noch die meisten der befragten Personen (35 %) angaben, auf dem Laptop/PC nach Informationen zu suchen um dann auch dort zu kaufen, zeigt sich in 2015 wie zuvor schon in 2014 eine grundsätzliche Veränderung: So steigt in 2015 der Anteile derer, die künftig ihr mobiles Endgerät im Ladengeschäft zum Kauf nutzen möchten, stark an: 11 % der mobilen Internetnutzer wünschen sich den Kauf im Geschäft „auf dem eigenen Gerät“ und zu 14 % „auf einem Terminal oder Gerät im Geschäft“. Für stationäre Händler ist dies ein wichtiger Hinweis, um die Erwartungshaltung von Konsumenten zu erfüllen und die Akzeptanz ihrer Dienste zu erreichen.

 

Location-based Services bieten Potenzial

Konsumenten verwenden LBS überwiegend zur Informationsbeschaffung: Dabei liegen „Informationen zu Ladenöffnungszeiten“ mit 37 % vorne, „Läden/Händler einer bestimmten Kategorie in meiner Nähe suchen“ liegt mit 35 % an zweiter Stelle. Vor allem die Relevanz von Informationen mit Lokalbezug steigt stark. Der Anteil an Smartphone-Nutzern, die in einem stationären Geschäft Angebote im eigenen sozialen Netzwerk teilen möchten, erhöht sich auf 48 %. Zusätzlich steigt die Erwartung der Kunden, dass stationäre Händler mit eigenen Verkäufer-Websites/Shops im mobilen Internet präsent sind, auf 51 % an (gegenüber 47 % in 2014 und 44 % in 2013). „Kundenorientierung im stationären Handel heißt heute vor allem, das mobile Internet zur Kaufvorbereitung nutzen zu können“, erklärt Prof. Dr. Gerrit Heinemann vom eWeb Research Center, wissenschaftlicher Leiter der Studie.

 

Die Studie des HDE kann hier via Email angefordert werden: kaufda@edelman.com

 

Foto: B&L NewMedia

 

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