Brüssel. Die belgischen Ausfuhren von Schweinefleisch nach Polen sind seit 2007 auf Wachstumskurs. 2009 wurde erstmals die 50.000 Tonnen-Marke geknackt. Damit ist Belgien zum drittwichtigsten Lieferanten Polens avanciert. Vor diesem Hintergrund haben sich Mitte April acht belgische Fleischlieferanten im Rahmen einer vom Belgian Meat Office in Brüssel organisierten Handelsreise auf den Weg nach Poznan, bzw. Warschau gemacht, um bestehende Kundenkontakte zu pflegen und neue Geschäftsbeziehungen aufzubauen.
Netto-Importeur
Die Polen sind Schweinefleischliebhaber. Zahlreiche kleine Produzenten haben 2007 die
Schweinezucht aufgegeben, was zu einem deutlichen Rückgang der
Produktionszahlen geführt hat. Als
Netto-Importeur ist Polen seit 2007 auf die Einfuhr von Schweinefleisch
angewiesen. René Maillard, Manager von
Belgian Meat Office in Brüssel, hat die Ökonomie in dem Staat an der Weichsel unter
die Lupe genommen: „Wir gehen davon aus, dass sich die polnische Wirtschaft in
den kommenden Jahren weiterentwickeln wird. Die belgische Delegation war sehr
erstaunt über die hypermodernen Industriegebiete und Einkaufszentren. Man spürt deutlich den Einfluss von
ausländischem Kapital, unter anderem auch deshalb, weil zahlreiche Polen
Beschäftigungen im Ausland nachgehen und Devisen in die Heimat
transferieren. Der Lebensstandard steigt
und der Fleischkonsum wird angekurbelt.
Derzeit wird kräftig in das Autobahnnetz investiert – ein wichtiger
Faktor für den Ausbau von Handelsbeziehungen!"
Belgien rückt auf der Lieferantenliste Polens
auf Rang drei vor
Die belgischen Ausfuhren von Schweinefleisch nach Polen
sind seit 2007 permanent gestiegen. Der
absolute Durchbruch auf dem polnischen Markt ist den Fleischlieferanten aus
Belgien 2008 mit 30.020 Tonnen gelungen – das ist eine Verdreifachung gegenüber
2007. 2009 sind die Zahlen nochmals um
knapp 70 Prozent oder 20.000 Tonnen in die Höhe geschnellt, um bei 50.761
Tonnen einzupendeln. Damit rückt Belgien auf Rang drei der polnischen
Lieferanten vor. Dieser Erfolg geht in
erster Linie auf das Konto der frischen Schlachthälften (34.804 Tonnen). Platz zwei belegen die Teilstücke (frisch
und tiefgekühlt, sowie mit und ohne Knochen) mit 9.875 Tonnen.
E-Karkassen und Teilstücke führen die Bestellliste an
„Die belgischen Fleischlieferanten äuβern sich positiv
über den Verlauf der Handelsreise: Die polnischen Fleischeinkäufer wissen die
hohe Fleischqualität der belgischen Schweinekarkassen sehr zu schätzen. Auffallend ist, dass E-Karkassen und Teilstücke
mit Knochen besonders gefragt sind. Diese schweren Typen mit hohem
Zerlegeertrag sind inzwischen bestens bekannt in Polen", so das Resümee von
Maillard am Ende der Handelsreise.