Risiken von Stoffgemischen bewerten

Das EU-Projekt EuroMix (European Test and Risk Assessment Strategies for Mixtures) will auf der Basis neu zu entwickelnder und existierender Testsystemer und Prüfleitlinien eine Strategie zur Untersuchung und zur Bewertung der Toxizität von Stoffgemischen in Lebensmitteln entwickeln. Lebensmittel können verschiedene, potenziell gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Dazu zählen z. B. Umweltkontaminanten, Pestizidrückstände oder natürlicherweise vorkommende Inhaltsstoffe. Die Bewertung des gesundheitlichen Risikos von Stoffgemischen ist schwierig, da in der Regel nur toxikologische Daten für die Einzelsubstanzen zur Verfügung stehen, oft nicht aber für die zahlreichen Gemische. Am EuroMix-Konsortium sind 26 wissenschaftliche Einrichtungen aus 15 Ländern beteiligt. Es ist Bestandteil des EU Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020. EuroMix wird von der EU mit insgesamt 8 Mio. Euro gefördert. Das niederländische Institut für öffentliche Gesundheit und Umweltschutz (RIVM) koordiniert das Projekt. „Das Projekt hat eine hohe Relevanz für den Verbraucherschutz, da die Toxizität von Gemischen verschiedener Stoffe bei der gesundheitlichen Risikobewertung bisher noch nicht angemessen berücksichtigt werden konnte”, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), das mit zwei Fachabteilungen an EuroMix teilnimmt.

 

EuroMix zielt darauf ab, eine tierversuchsfreie experimentelle Teststrategie zu entwickeln, um die Toxizität von Gemischen verschiedener toxikologisch relevanter Lebensmittelinhaltsstoffe, -kontaminanten und Pflanzenschutzmittelrückstände besser zu bestimmen. Das Projekt wird sich auf eine kleine Anzahl besonders relevanter Stoffgemische (key mixtures) konzentrieren, die zu Beginn des Projektes identifiziert werden. Ein Schwerpunkt wird auf Gemischen von Wirk- und Beistoffen in Pestiziden liegen. Aus den Experimenten und deren Ergebnissen wird eine praktische Anleitung für die künftige Umsetzung einer derartigen experimentellen Teststrategie formuliert werden.

 

Das Projekt soll eine fundierte wissenschaftliche Basis zur experimentellen Bestimmung der toxischen Effekte von Stoffgemischen liefern und gleichzeitig zur Reduktion der Anzahl von Tierversuchen für Toxizitätsprüfungen beitragen. EuroMix kann die Diskussion zur Harmonisierung der Risikobewertung von Stoffgemischen innerhalb der EU, im Rahmen des Codex Alimentarius und unter Beteiligung der Umweltbehörde der USA (US EPA) vorantreiben.

www.euromixproject.eu, www.bfr.bund.de

 

Meist gelesene Artikel

News
Deutschland hat Nationalgericht
News
Maschinen für die Fleischindustrie
News
Aus der Praxis: Jenzer Fleisch + Feinkost
News
Wiesenhof feiert Oktoberfest dahoam
News
QS offen für weitere Tierarten

Das könnte Sie auch interessieren:

Feinkost Keller: AR-Projekt geehrt

Als eines von drei Projekten der Lehanka Kommunikationsagentur, wurde diese für das gemeinsame AR-Projekt mit Broschüre mit der Feinkost-Metzgerei Keller...

Aus der Praxis: Jenzer Fleisch + Feinkost

Wo kein Stück verloren geht! Wer die Metzgerei Jenzer in Arlesheim betritt, merkt schnell: Hier läuft einiges anders. Statt glatter...

Deutschland hat Nationalgericht

Frankreich: Bouillabaisse. Italien: Pasta. Spanien: Paella. Und Deutschland? Zur WM kreiert Holger Stromberg, Chefkoch der deutschen Nationalmannschaft beim WM-Titel 2014,...
QS neue Tierarten Gans

QS offen für weitere Tierarten

Unternehmen können ihre Verarbeitungsprozesse auch für Tiere, die nicht im QS-System gelistet sind, überprüfen lassen....
Wiesenhof Oktoberfest dahoam

Wiesenhof feiert Oktoberfest dahoam

Fesche „Tracht“ für Oktoberfest-Klassiker: Wies'n Bratwürstl von Wiesenhof jetzt in transparenten PP-Schalen mit Rautenmuster-Oberfolie....

Maschinen für die Fleischindustrie

Sofort verfügbare, kostengünstige Maschinen für die Fleischindustrie bietet Industrial Auctions an....