Schätzung der Schlachtkörperzusammensetzung auf der Basis der Kombination von Klassifizierungsgeräten mit der Videobildauswertung

In der Untersuchung wurden Messungen der beiden Klassifizierungsgeräte AutoFOM und Fat-o-Meater (FOM; beide Fa. SFK, Dänemark) sowie des Videobildauswertungssystems VCS 2000 (e + v, Oranienburg) berücksichtigt. Für die Berechnung der Schätzformeln konnten daher folgende Messdatenpools herangezogen werden:
* AutoFOM: 127 Einzelmessungen, die mit Ultraschall erfassten Fett- und Fleischdickenmessungen im Rückenbereich des Schlachtkörpers entsprechen. Die Messungen erfolgten vollautomatisch.
* FOM: Je 1 Speck- und Fleischdickenmessung in Höhe der 2./3. letzten Rippe, 7 cm seitlich der Mittellinie in Entsprechung zur Handelsklassenverordnung. Die Messungen erfolgten automatisch, aber mit von Hand geführtem Einstich.
* VCS 2000: 698 Einzelmessungen, die sich aus elektronisch erfassten Längen-, Flächen- und Winkelmaßen sowie deren Verhältnissen zusammensetzen. Die Messungen erfolgten vollautomatisch.

Es wurden die Gewichte der Teilstücke sowie der Muskelfleischanteil der Hälfte und des Bauches geschätzt. Da für die Kombinationen neue Schätzformeln zu berechnen waren, wurden auch für die beiden Klassifizierungsgeräte neue Schätzformeln berechnet, um überhaupt vergleichbare Ergebnisse zu erhalten. Zuzüglich zu den 3 Geräten wurden zwei Kombinationen gebildet:
* Kombination AutoFOM mit VCS 2000
* Kombination FOM mit VCS 2000.

Die Ergebnisse fallen für das FOM-Gerät ungewöhnlich günstig aus und reichen in der Schätzgenauigkeit etwa an die Ergebnisse des AutoFOM heran. Diese hängt nicht nur mit der Eigenart der Stichprobe zusammen (der Mastleistungsprüfung entsprechende Tierauswahl), sondern auch damit, dass FOM im Versuchsmaßstab, also von einem Versuchstechniker und ohne Zeitdruck eingesetzt wurde. Das Datenmaterial lässt trotzdem folgende Schlussfolgerungen zu:
* Die Kombination AutoFOM/VCS 2000 bringt für alle Merkmale einen spürbaren Gewinn an Schätzgenauigkeit im Vergleich zu den Einzelgeräten. Dies gilt für die Teilstückgewichte, aber auch für den Muskelfleischanteil der Hälfte. Die Schätzgenauigkeit für letzteren verbessert sich (gemessen am Bestimmtheitsmaß) im Vergleich zum AutoFOM alleine um ca. 5 %. Ob dies für die Praxis die Kombination beider Geräte rechtfertigt, ist fraglich.
* Über die Kombination FOM/VCS 2000 wurde bereits in einer früheren Publikationen berichtet (BRANSCHEID et al., 1999). Die hier vorgelegten Ergebnisse weisen ähnlich positive Effekte nach. Von Interesse ist, dass sich die Schätzgenauigkeit für den Muskelfleischanteil des Bauches mit der Kombination im Vergleich zum FOM alleine um 4 % verbessert. Für Schinken- und Tellergewicht ist die Kombination mit VCS 2000 gleichfalls deutlich im Vorzug, weil die Videobildauswertung wichtige, das FOM-Gerät ergänzende Informationen liefert. In den Schätzfunktionen der Kombination werden Merkmale des FOM bei diesen Teilstücken nicht berücksichtigt.

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