Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister zu Gast bei Landschlachterei Burmeister

Viöl. Mit einem Besuch bei der Landschlachterei Burmeister in Viöl beendete Landwirtschaftsminister Dr. Robert Habeck Mitte Juli seine einwöchige „Sommerreise zur Nutztierhaltung". Nach einem Rundgang über das Betriebsgelände und den Neubau diskutierte Minister R. Robert Habeck mit Barbara und Jens-Uwe Burmeister, Peter Raabe und Gerhard Claußen über politische Maßnahmen, die das Fleischerhandwerk unterstützen können.

Schafleber
Jens-Uwe Burmeister forderte, Hemmnisse abzubauen und z. B. die Untersuchungen zur Schadstoffbelastung bei Schaflebern abzuschließen. Die Verordnung sei derzeit so, dass er Lammlebern verwerfen müsse. In anderen Bundesländern würden diese Lebern aber nicht beanstandet, obwohl die Lämmer aus Nordfriesland stammten. Der Landwirtschaftsminister versprach, das Thema in der Agrarministerkonferenz anzusprechen.

Tariflöhne
Peter Raabe erläuterte, dass die Fleischindustrie das Kilo Fleisch rund 2 € günstiger produzieren könne, weil sie niedrigere Löhne als das Fleischerhandwerk zahle. Das führe zu Wettbewerbsverzerrungen. „Unsere Verkaufspreise liegen um die Hälfte höher als die des Discounters", erklärte Jens-Uwe Burmeister. Eine Scheibe Kotelett beim Discounter gegenüber würden 80 ct kosten, bei ihm im Fleischerfachgeschäft 1,20 Euro. Aber der Preis sei bei den Kunden hier in Viöl nicht das Hauptproblem. Der Kunde mache sich keine Gedanken über das Tier, das zur Wurst verarbeitet werde, sondern kaufe da, wo es für ihn am bequemsten sei. „Wir Verbraucher haben es uns abgewöhnt, Fleisch wertzuschätzen", sagte Jens-Uwe Burmeister und forderte mehr Verbraucheraufklärung.

Gütezeichen
Der Dr. Robert Habeck informierte sich über „Uthlande", eine Marke für Produkte von den Inseln. Jens-Uwe Burmeister schlachtet die „Uthlande"-Rinder exklusiv. Auf die Ministerfrage, ob ein regionales Label wie „Uthlande" übertragbar sei auf andere Regionen und dem Handwerk helfen könne, äußerte sich Peter Raabe zurückhaltend: „ Je mehr Label, desto mehr bürokratischer Aufwand, Kontrollen und Kosten. Irgendwann ist ein Betrieb nicht mehr belastbar."

Schlachtkapazitäten
Jens-Uwe Burmeister erzählte, es sei für ihn schwierig gewesen, einen Landwirt zu finden, der kleine Mengen Schweine liefern könne. Er selbst schlachtet 30 Schweine in der Woche. „Viele landwirtschaftliche Betriebe sind so groß, dass sie sich mit solchen Anforderungen, die wir an sie stellen, gar nicht mehr abgeben." Das Thema Haltung und Tiertransport war ein zentrales Thema der einwöchigen „Sommerreise" des Ministers.

Finanzierung
Mit dem Thema Finanzierung von Investitionen im Handwerk endete der zweistündige Ministerbesuch. Er wolle sich dafür einsetzen, dass die Bürgschaftsbank bessere Programme für das Handwerk auflege, versprach Dr. Robert Habeck. Einzelbetriebliche Förderungen lehnt er aber ab, weil sie „System verfälschend" seien.

sar/Redaktion fleischNet

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