Spanischer Serrano-Schinken liegt im Trend – Deutschland gehört zu den größten Abnehmern

Düsseldorf. Traditionell hergestellter spanischer Schinken wird international zunehmend geschätzt. So exportierte Spanien in den ersten sechs Monaten 2011 weltweit bereits über 11.050 Tonnen des luftgetrockneten Schinkens. Gut 3.000 Tonnen davon gingen nach Deutschland. Hier hat Schinken aus Spanien gegenüber seinem wichtigsten Konkurrenten aus Italien seit 2005 viel Boden gutgemacht und bei Importmenge und Marktanteil fast gleichgezogen.
Insgesamt wurden 2010 nach Angabe der
Außenhandelstatistik von Eurostat
20.910 Tonnen Schweineschinken mit und ohne Knochen von deutschen Unternehmen
importiert. Auf die wichtigsten fünf Handelspartner Italien, Spanien, Belgien,
Österreich und Frankreich entfielen über 97% aller Importe. Vorne lagen Italien
mit 7.793 Tonnen und Spanien mit 7.395 Tonnen. Der Importanteil Spaniens ist dabei im
Zeitraum von 2005 bis 2010 erheblich angestiegen, während die wichtigsten
Konkurrenzländer sämtlich Anteile verloren haben. So sank die Importquote
Italiens um 2,3 Prozentpunkte auf 37,3%. Im gleichen Zeitraum stiegen die
Importe aus Spanien um 13,4 Prozentpunkte auf 35,4%. Stark verloren hat
Belgien, dessen Anteil um 8,5 Prozentpunkte auf 14,9% zurückging. Importe aus Österreich
sanken um einen Prozentpunkt auf 7,3%, Frankreich fiel um 1,3 Prozentpunkte auf
2,5%. In der ersten Jahreshälfte 2011 lag
der Import von spanischem luftgetrocknetem Schinken in Deutschland nach Angabe von
Eurostat mit etwas über 3.000
Tonnen und einer Zunahme von 1,5% bereits gut über dem Vorjahreszeitraum. Noch
besser schnitten die im spanischen Consorcio Serrano organisierten Produzenten
von traditionell hergestelltem Serrano-Schinken ab, die sich von Januar bis Mai
über 15% mehr Absatz nach Deutschland gegenüber dem Vorjahreszeitraum freuen
konnten. Insgesamt wurden von Januar bis Juni 2011 weltweit bereits 11.050
Tonnen luftgetrockneten spanischen Schinkens abgesetzt.

 

Stärkstes
Wachstum Spaniens bei abgepackter Ware


Besonders interessant
ist die Entwicklung in der Zolltarifgruppe 02101981 für Schinkenimporte ohne
Knochen (ohne Bauchspeck und Schwarten). Hierbei handelt es sich in der Regel
um bereits abgepackte Ware, die den Löwenanteil beim Import von
Schweineschinken ausmacht. Auf diese Gruppe entfiel 2010 rund 95% des gesamten
deutschen Importvolumens. Das waren gut 19.850 Tonnen. Davon kamen 7.600 Tonnen
aus Italien, 6.860 Tonnen aus Spanien und 2.925 Tonnen aus Belgien. Dabei hat
Spanien seit 2005 den größten Sprung nach vorne gemacht, denn die Importmenge
stieg bis Ende 2010 um 3.766 Tonnen. Das ist ein Anstieg von 122% in fünf
Jahren! Ein deutlicher Vorsprung gegenüber dem Gesamtmarkt, der immerhin um
21,7% von 2005 bis 2010 gewachsen ist.

Führende
Position Spaniens bei ganzen Schinken


Bei luftgetrockneten
ganzen Schinken vom Schwein mit Knochen nimmt Spanien mit Abstand die führende
Position im Import Deutschlands ein und erreichte 2010 einen Importanteil von
50,6% nach 34,5% im Jahr 2005. Wichtigste Konkurrenten waren 2010 Italien mit
einem Marktanteil von 18,3% und Belgien mit 17,6%. Das Marktvolumen aus den
fünf wichtigsten Importländern lag 2010 insgesamt bei rund 1.060 Tonnen.

Consorcio Serrano bietet Gütesiegel
für höchste Qualität


Unter dem Gütesiegel
„Jamón Consorcio Serrano" vermarkten die führenden 17 spanischen Produzenten das
Traditionsprodukt Serrano-Schinken. Die
Qualitätssicherung des „Consorcio del Jamón Serrano Español" bietet Verbrauchern
und Handel durch Kontrolle und
Einzelauswahl ein hochwertiges Produkt, bei dem Textur, Aroma und Geschmack auf
konstant hohem Niveau bleiben. Das Gütesiegel „Consorcio Serrano" bleibt echtem
spanischem Serrano-Schinken vorbehalten,
der die Qualitätsrichtlinie des „Consorcio del Jamón Serrano Español"
erfüllt. Das bedeutet: Herstellung ausschließlich in Spanien, Europäische
Zertifizierung „ETG" für garantiert traditionelle Spezialität, mittlere
Reifezeit zwölf Monate (Mindestreifezeit: neun Monate garantiert), Kontrolle von
Produktionsstätten, Produktionsprozessen und Endprodukten durch regelmäßige
Inspektionen und Audits sowie Qualitätsgarantie für jeden Schinken durch eine
Kontrollnummer. Das Gütesiegel findet sich beim ganzen Stück als eingebranntes Markenzeichen
und in Form eines nummerierten Kontrolletiketts, auf der Verpackung in Scheiben
darf das Logo des Consorcio Serrano geführt werden. Nur eine limitierte
Produktion des spanischen Serrano-Schinkens erhält das Gütesiegel „Consorcio
Serrano". Damit repräsentieren die Produzenten des „Consorcio del Jamón Serrano
Español" einen Marktanteil von rund 20% am Gesamtexport von spanischem Schinken
nach Deutschland.

 

mp, RbB

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