Studie: Heimische Schaf- und Ziegenprodukte

Im BÖL-Projekt VIA untersuchten Forschende der Universität Göttingen, wie sich der Absatz von heimischem Schaf- und Ziegenfleisch ankurbeln lässt und wie man Konsumentinnen und Konsumenten dieses oft ungewohnte Produkt schmackhaft machen kann. Um die Mehrwerte der heimischen Schaf- und Ziegenhaltung für die Landschaftspflege zu veranschaulichen, wurde ein Sach-Comic erstellt.

Große Diskrepanz

Heimisches Schaf- und Ziegenfleisch spielt in unserer Ernährung kaum eine Rolle. Dabei punktet das Fleisch von Schafen und Ziegen aus Weidehaltung in Sachen Naturschutz und Tierwohl und gilt als gesund. Doch zwischen dem Image von Schaf- und Ziegenprodukten und deren Konsum besteht eine große Diskrepanz, wie Forschende der Universität Göttingen herausfanden. In dem Projekt „Verbesserung der Image- und Absatzprofilierung von Schaf- und Ziegenprodukten aus nachhaltiger und ökologischer Landwirtschaft“ (VIA) ermittelten sie das Image von nachhaltigen Schaf- und Ziegenprodukten sowie die Konsummotive und Kaufbarrieren von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Gefördert wurde das Forschungsvorhaben durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL).

Die wichtigsten Ergebnisse

Konsumentinnen und Konsumenten schätzen die heimische Schaf- und Ziegenhaltung, verzehren aber kaum Schaf- und Ziegenfleischprodukte. Im Gegensatz zu Feta und anderen Milchprodukten wird Schaf- und Ziegenfleisch bei uns fast nur zu besonderen Anlässen gegessen, im Restaurant, Urlaub oder besonderen Feiertagen. Sein charakteristischer Geschmack ist für die Konsumentinnen und Konsumenten das stärkste Kaufmotiv und zugleich die größte Kaufhürde. Neben geschmacklichen Vorbehalten kommt hinzu, dass Handel und Gastronomie das Fleisch kaum anbieten. Als weitere Gründe gaben die Befragten fehlende Gelegenheiten im Alltag für den Konsum, eine schlechte Verfügbarkeit sowie die hohen Preise von heimischen Schaf- und Ziegenprodukten an.

Probieren gegen Vorbehalte

Um den Einstieg zu erleichtern, empfehlen die Forschenden, Konsumenten mit niedrigschwelligen Probierangeboten auf den Geschmack von Schaf- und Ziegenfleisch zu bringen. Zudem sei es sinnvoll, das Angebot an leicht zuzubereitenden Schaf- und Ziegenprodukten auszubauen und gezielt Betriebskantinen und Mensen anzusprechen. Die Großverpflegung könnte als Türöffner fungieren, um Verbraucherinnen und Verbraucher an die eher unbekannten Produkte heranzuführen. Für Großabnehmer sind neben dem hohen Preis die verfügbaren Mengen und fehlende Lieferstrukturen wesentliche Hürden. Deshalb gilt es, die Bündelung und Vermarktung von heimischen Schaf- und Ziegenprodukten durch Aufbau von regionalen Vermarktungsnetzwerken zu professionalisieren. Mit Blick auf die Kundenkommunikation empfiehlt das Forschungsteam, die Weidehaltung, Tierwohl und Landschaftspflege, aber auch den guten Geschmack und Gesundheitswert hervorzuheben. Bei der Vermarktung heimischer Schaf- und Ziegenprodukte sollten Anbieter die regionale Herkunft betonen, da in den Augen der Verbraucherinnen und Verbraucher Regionalität für Qualität und Tierwohl steht.

Als Modell für eine unterhaltsame Kundenansprache haben die Forschenden den Comic „Grüne Helden – Schafe und Ziegen im Einsatz für den Naturschutz“ entwickelt. Der beschreibt bildlich, welchen wertvollen Beitrag die Tiere zur Landschaftspflege etwa auf Heideflächen, Kalkmagerrasen oder an steilen Berghängen leisten.

Weitere Infos zum Abschlussbericht: https://orgprints.org/id/eprint/57576/

VIA-Projektseite der Universität Göttingen, Link zum Download des Comics „Grüne Helden – Schafe und Ziegen im Einsatz für den Naturschutz“:
https://www.uni-goettingen.de/de/673880.html

Meist gelesene Artikel

News
Johannes, der Metzger: Kopf und Hand
News
Delle bei Fleischersatzprodukten
News
European Plancha Championship
News
Mate4Meat: Besser verpackt, länger frisch
News
Metzgerei Schmidkunz: Fichtelgebirge im Laden

Das könnte Sie auch interessieren:

Kuh Weide Bioland

Warum Artenvielfalt so wichtig ist

„Die Lebensversicherung der Ernährungssicherheit“: Bioland zum internationalen Tag der Biodiversität am heutigen 22. Mai 2026....

Metzgerei Schmidkunz: Fichtelgebirge im Laden

Neue Generation, neuer Laden: In zweiter Generation investierte Christoph Schmidkunz in eine nachhaltige Verkaufslokalität. Das Ergebnis: Ein gelungener Mix aus...
Veggie Produkte 2025 Destatis

Delle bei Fleischersatzprodukten

Nach jahrelangem Anstieg: Fleischersatz-Produktion sinkt 2025 um 1,2 % gegenüber dem Vorjahr; Fleisch legt deutlich zu....

European Plancha Championship

Am 5. und 6. September 2026 trifft sich die europäischen Grillszene in Köln: zur WBQA European Plancha Championship 2026 im...

Johannes, der Metzger: Kopf und Hand

Seit 13 Jahren führen die Geschwister Johannes und Jasmin Dietz die ehemalige Metzgerei Haaf in Mellrichstadt im Landkreis Rhön-Grabfeld. Als...
Whitepaper Mehr Wert an der Wursttheke

Mehr Wert an der Wursttheke: Neues Whitepaper

Ein neues Whitepaper beleuchtet, warum Qualität, handwerkliche Herstellung, natürliche Rohstoffe und eine überzeugende Kommunikation an der Fleischtheke heute entscheidende Erfolgsfaktoren...

Mehr News

von der
Fleisch-Theke?

Melden Sie sich für unseren
FM-Newsletter an!