Westfleisch

Weidehaltung bei Westfleisch

Als erster Fleischvermarkter steigt Westfleisch SCE in das Label Pro Weideland ein, das als Gütesiegel für Weidehaltung Maßstäbe setzt. Nun sind auch Fleischprodukte mit Weidehaltungs-Label im Handel erhältlich. Dazu zählen Hackfleisch, Burger-Patties und Gulasch. Das Fleisch wurde vor drei Monaten zunächst in ausgewählten Lebensmittelmärkten in Hamburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern eingeführt. Die Vermarktung sei gut angelaufen, „die Resonanz durchweg positiv“, so Heribert Qualbrink, Einkaufsleiter Landwirtschaft bei Westfleisch: „Das Konzept stellt für interessierte Konsumenten eine echte Alternative zur direkten Unterstützung der Landwirtschaft bei gleichzeitiger Förderung des Tierwohls dar.“

Ziel von Westfleisch ist es innerhalb des ersten Jahres 2.000 Tiere ins Pro Weideland-Programm zu integrieren. Der Fleischvermarkter zahlt pro Weidekuh 15 € extra an die Milchbauern. Die Kühe stammen vorrangig von Landwirten aus dem Raum Oldenburg/Ostfriesland und den umliegenden Weideregionen. Sie haben ganzjährige Bewegungsfreiheit, grasen an mindestens 120 Tagen sechs Stunden auf der Weide und fressen nur gentechnikfreies Futter. Pro Kuh und Jahr müssen mindestens 2.000 m² Grünland – davon mindestens 1.000m² Weidefläche – zur Verfügung stehen. „Den Verbrauchern signalisiert das Gütesiegel absolute Klarheit über die Lebensmittel, die sie im Kühlregal mit dem Label vorfinden“, sagt Dr. Arno Krause, Geschäftsführer des Grünlandzentrums Niedersachsen/Bremen e.V., in dessen Händen das Label liegt.

Weide-Charta

Hinter dem Gütesiegel steht als Abbild der Gesellschaft eine große Gemeinschaft, die eine Weide-Charta gezeichnet hat und Weidehaltung als naturnahe Haltungsform mit ihren positiven Einflüssen auf Tierwohl, Umweltschutz und Biodiversität unterstützt. Zur Gemeinschaft zählen rund 30 Vertreter aus Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz, Wissenschaft und Politik. Ihre Zahl wächst ständig. Auch die Westfleisch SCE zählt zu den Zeichnern der Charta und unterstützt als genossenschaftliches Unternehmen die regionale und nachhaltige Weidewirtschaft. Der Zusammenschluss mit Pro Weideland sei ein Gewinn, so Heribert Qualbrink. Die Kooperation passe ideal zum Pioniergeist des Unternehmens bezüglich Tierwohl, -schutz und -gesundheit: „Gemeinsam mit Pro Weideland können wir positive Akzente setzen für das Image bäuerlicher Fleischerzeugung und bei den Konsumenten höchste Ansprüche an Weideprodukte erfüllen.“

Pro Weideland: Das grüne Rundsiegel Pro Weideland ist Eigentum des Grünlandzentrums Niedersachsen/Bremen e.V. mit Sitz in Ovelgönne. Es wird von der Pro Weideland GmbH verwaltet. 2017 wurde das Gütesiegel, das eine weidende Kuh auf einer saftigen Wiese zeigt, in Niedersachsen feierlich eingeführt. Hinter dem Label steht als Abbild der Gesellschaft eine große Gemeinschaft aus Stakeholdern, zu der u.a. der BUND, ProVieh, die Universität Göttingen sowie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zählen. www.proweideland.eu

Westfleisch SCE: Westfleisch mit Hauptsitz in Münster schlachtet, zerlegt, verarbeitet und veredelt an neun Standorten in Nordwestdeutschland. 40 % der Produkte werden in 40 Länder weltweit exportiert. Das Unternehmen ist eine Europäische Genossenschaft (SCE) und steht in der Tradition einer 1928 gegründeten Viehvermarktung. Mitglieder und Eigentümer sind über 4.000 Landwirte. Über Kooperationsverträge beliefern sie Westfleisch mit Schweinen, Rindern und Kälbern.

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