Ein Fünftel der weltweiten Fleischproduktion von 263 Millionen Tonnen pro Jahr wird nicht verzehrt, sondern weggeworfen. Dies entspricht dem Gewicht von etwa 75 Millionen Kühen.
Im Vergleich zur Produktion pflanzlicher Nahrungsmittel betreffen der Verlust und die Verschwendung bei der Fleischproduktion nicht nur die Tiere selbst, sondern viel mehr noch die Ressourcen, die darüber hinaus für die Zucht benötigt worden sind. So werden 3,9 Milliarden Hektar von weltweit insgesamt etwa 5 Milliarden Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche direkt oder indirekt für die Produktion tierischer Lebensmittel eingesetzt. Generell benötigt man heute etwa ein Drittel der gesamten Landoberfläche für die Viehwirtschaft.
Neben dem Bedarf an Landfläche wird zudem für die Viehzucht vor allem Wasser benötigt – direkt und indirekt für die entsprechenden Futtermittel. So brauchen Züchter für ein Kilogramm Rindfleisch über 15.000 Liter, bei Schweinefleisch sind es immer noch knapp 6.000 Liter und für Geflügel 4.300 Liter Wasser.3 Hinzu kommen die durch das Vieh verursachten Treibhausgase. Mit fast 20 Prozent Anteil am weltweiten Treibhausgasausstoß liegt auch hier der Beitrag der Fleischproduktion ausgesprochen hoch In Deutschland beträgt der Fleischverbrauch pro Jahr und Kopf 88 Kilogramm.
Die Deutschen essen 100 Mal so viel Fleisch wie Hülsenfrüchte In Anbetracht des enormen Ressourcenbedarfs der Fleischproduktion gilt es gerade hier, Verlust und Verschwendung zu minimieren. Die Gründe hierfür sind je nach Region und Landunterschiedlich. So finden etwa die stärksten Verluste im südlichen Afrika vornehmlich im Bereich der Zucht statt, in Europa und den USA sind großenteils Handel und Verbraucher für Verschwendung und Verlust verantwortlich. Umso wichtiger sind daher ein Bewusstseinswandel auf der einen Seite sowie verbesserte Methoden und Infrastrukturen bei der Erzeugung auf der anderen Seite.
Über SAVE FOOD:
Die Initiative SAVE FOOD ist eine Kooperation der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen, FAO, und der Messe Düsseldorf GmbH gegen weltweite Nahrungsmittelverluste und – verschwendung. Seit Anfang 2013 unterstützt auch das Weltumweltprogramm der Vereinten Nationen, UNEP, die Initiative. SAVE FOOD will die Akteure aus Wirtschaft, Politik und Forschung miteinander vernetzen, den Dialog anregen und helfen, Lösungen entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette zu erarbeiten. Ziel ist es außerdem, eigene SAVE FOOD-Projekte mit Unterstützung der Industrie zu initiieren und zu fördern. SAVE FOOD startete im Mai 2011 mit einem internationalen Kongress und einer Ausstellung im Rahmen der Weltleitmesse der Verpackungsbranche und der verwandten Prozessindustrie, interpack. Zur interpack 2014 treffen sich am 7. und 8. Mai erneut Experten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in Düsseldorf, um das Thema Nahrungsmittellverschwendung und -verluste zu diskutieren. Mehr Informationen unter www.save-food.org.