AK Fleisch und Feinkost tagte

Zum 38. Mal trafen sich ca. 240 Expertinnen und Experten auf Einladung der Hochschule OWL und des Lemgoer Arbeitskreises Fleisch und Feinkost in Lemgo. Dort wurde auch der Günter Fries-Preis verliehen. Bei den diskutierten Themen ging es etwa um Lebensmittelassoziierte Viren und wie diese in Fleisch und Fleischerzeugnissen beherrschbar sein können. Prof. Dr. Ralf Lautenschläger, zum 1. April 2015 neuberufen an der Hochschule OWL und erstmals Tagungsleiter, sprach über die Anwendung von Hochdruckbehandlungen auf Fleischerzeugnisse. „Die Hochdruckbehandlung von Lebensmitteln hat sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr durchgesetzt, da sie wesentlich produktschonender ist als andere Methoden. Möchte man Fleischerzeugnisse mit Hochdruck behandeln, so gelten jedoch teilweise andere Regeln: Für jedes einzelne Produkt ist zu prüfen, wie die Behandlung effektiv eingesetzt werden kann.“

 

Als zweiter Schwerpunkt stand der Trend von veganen und vegetarischen Produkten auf der Agenda, die als Fleischimitate erhältlich sind. Besondere Probleme, die in diesem Zusammenhang diskutiert wurden, waren vor allem rechtlicher Natur: Weder im deutschen noch im europäischen Recht gibt es eine Definition der Begriffe vegan oder vegetarisch. Zudem bestehen viele offene Fragen im Bereich der Kennzeichnungspflicht von veganen und vegetarischen Erzeugnissen. Hier sei noch viel Arbeit zu leisten, waren sich die Expertinnen und Experten einig.

 

Der Günter Fries-Preis ging an Patrick Geggus für seine Bachelorarbeit mit dem Titel „Entwicklung einer Lösung zur Überwachung des Räucherprozesse von dünnkalibrigen Brühwürstchen durch die Anwendung der Rauchgasdichtemessung“. Seine Aufgabenstellung bestand im Wesentlichen darin, zu untersuchen, welche Faktoren die Ausbildung der Rauchfarbe bei Brühwürstchen maßgeblich bestimmen und ob durch Anwendung einer objektiven Messung der Rauchdichte der Räucherprozess optimiert und standardisiert werden kann. „Für diese Aufgabe war Patrick Geggus geeignet wie kein zweiter,“ betonte der betreuende Prof. Achim Stiebing, „hat Geggus doch vor seinem Studium zuerst die Prüfung zum Schornsteinfegermeister und dann zum Fleischermeister abgelegt.“ Stefan Dälken von Visko Teepack überreichte den mit 4.000 Euro dotierten Preis. www.hs-owl.de

 

Im Bild (v.l.n.r.): Professor Dr. Achim Stiebing (links) und Stefan Dälken von Visko Teepack (rechts) überreichten Preisträger Patrick Geggus den Scheck der Günter Fries-Stiftung.

 

Foto: Hochschule OWL

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