Die Lebensmittelindustrie wird grün

Auch in diesem Jahr war die eurammon-Vortragsveranstaltung mit knapp 70 Teilnehmern aus 13 Ländern restlos ausgebucht. „Gerade in dieser Branche gewinnt der Einsatz von natürlichen Kältemitteln stark an Bedeutung – nicht zuletzt vor dem Hintergrund internationaler Regularien wie der F-Gase-Verordnung. Aber auch das steigende Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei Betreibern und Endkunden macht natürliche Kältemittel so populär wie noch nie“, freut sich Mark Bulmer, Vorstandsmitglied von eurammon.

Die eurammon-Mitglieder Ákos Murin, QPlan, und Anders Juul, Danfoss, stimmten darin überein, dass die Popularität von CO2 in den vergangenen Jahren signifikant zugenommen hat. Die Entwicklung innovativer Komponenten, etwa parallel eingesetzte Verdichter, die eine Steigerung der Gesamtenergieeffizienz von Anlagen mit CO2 ermöglichen, stärkt diesen Trend. „Wer einmal Ammoniak nutzt, wird dabei bleiben”, erklärte dagegen eurammon-Mitglied Stefan Jensen von Scantec Refrigeration aus Australien.

Er zeigte im Rahmen seiner Präsentation auf, dass Ammoniak in der Lebensmittelindustrie nach wie vor eine der beliebtesten Kältelösungen ist. Das breite Spektrum an verfügbarer Kälteleistung (von -50°C bis zu +15°C) macht das Kältemittel gerade für hohen Kältebedarf in der Lebensmittelindustrie besonders geeignet. Mit der Installation eines Kühlhauses in der heißen Wüstenstadt Riad in Saudi Arabien demonstrierte Miguel Garrido, Sales Director Westeuropa des eurammon-Mitgliedes Güntner, nicht nur die extreme Leistungsfähigkeit von Ammoniak sondern verdeutlichte, dass durch intelligentes, einfach zugängliches Anlagen-Design der Wartungsaufwand minimiert und gleichzeitig höchste Sicherheitsstandards umgesetzt werden können.


Workshop zu natürlichen Kältemitteln

In einem Workshop diskutierten die Teilnehmer des Symposiums über den zukünftigen Einsatz von natürlichen Kältemitteln in der Lebensmittelindustrie. Die Experten beurteilten heutige Barrieren in der Branche und die Potenziale einzelner Anwendungen. Vor allem moderne Technologien, etwa Ammoniak-Anlagen mit geringer Füllmenge, könnten Barrieren, die dem den Einsatz natürlicher Kältemittel entgegenstehen, weiter abbauen.

Die Stellschrauben für eine grüne Zukunft wurden klar identifiziert: „Das Wissen rund um die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten sowie das Know-how für den sicheren Umgang mit natürlichen Kältemitteln muss bei Planern aber auch Betreibern steigen“, erläuterte Mark Bulmer die Ergebnisse aus der Diskussionsrunde. „Daher ist und bleibt es unser Ziel als eurammon, dieses Wissen in den verschiedenen Branchen weiter zu vertiefen“, so Mark Bulmer. Die Vorträge der einzelnen Referenten stehen unter eurammon.com zum Download zur Verfügung.

Foto: eurammon

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