Keime auf dem Rückzug

Der Verband der Niederländischen Geflügelschlachtereien und Geflügelverarbeitungsbetriebe (Nepluvi) meldet weitere Erfolge bei der Reduzierung von Campylobacter bei Geflügel. Anlässlich des Symposiums Campylobacter, das Ende August im niederländischen Ede stattfand, gab der Verband bekannt, dass das Vorkommen von stärker belasteten Schlachtendprodukten um ganze 50 % reduziert werden konnte. Dies sei das Resultat konsequenter Maßnahmen. Der Kongress wurde durch Nepluvi und andere niederländische Fachverbände und Organisationen aus dem Geflügelsektor unter Begleitung der Universitäten Wageningen und Utrecht sowie des Ministeriums für Volksgesundheit, Wohlsein und Sport organisiert.

 

Die Campylobacter-Keime sind die Ursache für Campylobacteriose und bakteriell bedingte Darminfektionen beim Menschen. Bei Geflügel können sie im Magen-Darmtrakt vorkommen, ohne dass die Tiere selbst erkranken. Fazit des Symposiums war, dass inzwischen sehr große Fortschritte bei der Bekämpfung von Campylobacter gemacht wurden. Die Ausrichtung der Maßnahmenpläne sei insgesamt richtig gewesen und solle weiterverfolgt werden.

 

Aktionsplan zeigt Wirkung

Das Monitoring-Programm von Nepluvi weist einen deutlichen Rückgang von stärker belasteten Schlachtkörpern auf. So ist der Anteil dieser Schlachtendprodukte (>1.000 KbE/g) seit 2009 von 10 auf 5 % im Jahr 2015 halbiert worden. Ein wichtiger Faktor für die starke Absenkung beim Endprodukt ist, dass sich die Anzahl der Campylobacter-positiven Herden in den vergangenen Jahren deutlich verringert hat. Daher befasste sich der Kongress besonders mit der Frage, wie das Auftreten von Campylobacter bei den Geflügelmastbeständen weiter verringert werden kann.

 

Die Universität Wageningen empfahl prinzipiell eine Erhöhung der Biosicherheit. Eine weitere wirkungsvolle Maßnahme sei es, Fliegen und andere Insekten beispielsweise mit Fliegengittern und -netzen von den Herden fern zu halten. Einig waren sich die Teilnehmer des Kongresses, dass die Experten der niederländischen Geflügelwirtschaft trotz der beachtlichen Erfolge mit aller Kraft weiter an Maßnahmen zur Reduzierung von Campylobacter arbeiten müssen.

 

Im Bild (von li.): Prof. Dr. Jaap Wagenaar, Vorsitzender des Symposiums (Universität Utrecht/Zentrales Veterinär-Institut), Pedro Medel (Imadse), Ewa Pacholewicz (Universität Utrecht), Ingeborg van Es (Universität Wageningen), Arie Ottevanger (Ministerium für Volksgesundheit, Wohlsein und Sport) und Hilko Essen (Universität Wageningen). www.nepluvi.nl

 

 

Foto: Nepluvi

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