Die Weiterentwicklung der Ausbildung im Fleischerhandwerk stand auf der Tagesordnung der Sitzung des Fachbeirats „Berufsbildung“ des Deutschen Fleischer-Verbands. Geleitet wurde sie von DFV-Vizepräsidentin Nora Seitz. Im Verlauf der Sitzung wurden zahlreiche Themen besprochen, als Ursache und Auslöser wurden aber stets die unbefriedigende Ausbildungssituation und der Mangel an jungen Fachkräften im Fleischerhandwerk genannt. Dieser Fakt bleibt die größte Herausforderungen, die es zu bewältigen gelte.
Vor diesem Hintergrund wurden etwa die Ergebnisse des neuesten BiBB-Reports des Bundesinstituts für Berufsbildung diskutiert, u. a. der Vergleich der Berufe „Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk“ und „Kaufmann/-frau im Einzelhandel“ in Bezug auf die Vor- und Nachteile einer zweijährigen Berufsausbildung. Das Gremium steht einer zweijährigen, mit dem Handel vergleichbaren, Ausbildung kritisch gegenüber. Eine solche ließe sich nicht ohne Qualitätsverluste verwirklichen. Es wäre aber eine zweijährige „Basisausbildung“ unter Einschränkungen denkbar, aber nur mit einer Option auf Wunsch der Auszubildenden diese um ein Jahr zu verlängern. Auch für geringer Qualifizierte wünschte sich der Fachbeirat mehr Flexibilität. Nora Seitz verwies auf den Helferberuf und regte an, diesen wieder stärker in den Fokus zu rücken und zusammen mit dem Zentralverband des deutschen Handwerks eine Qualifizierung anzustreben.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Aufbau der „Nationalmannschaft des Fleischerhandwerks“ und die damit verbundenen Veränderungen bei den Leistungswettbewerben auf Kammer-, Landes- und Bundesebene. Hier schreiten die Vorbereitungen weiter voran, insbesondere, was die Besetzung der Mannschaft mit jungen, vielversprechenden Nachwuchskräften betrifft. In diesem Zusammenhang hält der Fachbeirat auch ein “Casting” für umsetzbar. Dabei sollen geeignete Bewerber von der Jury vorgegebene Aufgaben erfüllen. Inwiefern sich Kammer- und Landeswettbewerbe als Vorstufen dazu nutzen lassen, wird geprüft. Der Fachbeirates sprach sich für eine flexible Lösung aus, die bei der Auswahl der Kandidaten/-innen viele Freiheiten lasse. Innungen und Landesverbände sollten das Auswahlverfahren unterstützen und eigene Bewerber melden können. Eine erste Auswahlveranstaltung soll im Januar 2018 stattfinden.
Foto: Deutscher Fleischer-Verband