MyriaMeat Kultiviertes Schweinefleisch

MyriaMeat: Kopieren statt killen

Kultivierter Schweinemuskel mit natürlichen Zuckungen

Das Münchner Start-up MyriaMeat hat nach eigenen Angaben „einen wegweisenden Durchbruch“ in der Cultivated Meat-Branche erzielt: Zum ersten Mal weltweit sei ein echter Schweinemuskel aus pluripotenten Stammzellen (iPS) entwickelt worden, der natürliche, ungetriggerte Kontraktionen zeigt – ein lebendiges Zucken, das die funktionelle Fähigkeit echten Muskelgewebes widerspiegelt. Dieser Erfolg beweise, dass echtes Schweinefleisch vollständig außerhalb eines lebenden Tieres produziert werden kann. Damit rücke kultiviertes Fleisch noch näher an herkömmliches Fleisch heran, das durch Schlachtung gewonnen wird.

MyriaMeat verfolgt das Ziel, eine exakte 1:1-Kopie von Schweinefleisch herzustellen – kein Ersatzprodukt, sondern echtes Fleisch. Der Ansatz soll auch die Akzeptanz bei Fleischkonsumenten steigern, die bislang keine pflanzlichen Alternativen in Betracht ziehen. Insgesamt sei kultiviertes Fleisch geeignet, viele der Probleme, die mit der Massentierhaltung einher gehen, zu lösen.

Muskelgewebe aus Stammzellen

Seit seiner Gründung 2022 setzt MyriaMeat auf die Vision, echtes tierisches Muskelgewebe aus Stammzellen herzustellen, um eine nachhaltige Alternative zur konventionellen Fleischproduktion zu schaffen. Als Spin-off eines Forscherteams der Universität Göttingen wird das Unternehmen von Florian Hüttner (Geschäftsführer) und Dr. Malte Tiburcy (CSO) geführt.

„Zum ersten Mal zeigt ein tierischer Muskel – in diesem Fall vom Schwein – aus pluripotenten Stammzellen nicht nur die Eigenschaften echten Gewebes, sondern auch spontane Kontraktionen eines Muskels. Das ist der wissenschaftliche Beweis, dass wir echtes Schweinefleisch außerhalb eines lebenden Organismus herstellen können“, erklärt Tiburcy.

Mit seinem bahnbrechenden Erfolg hebe MyriaMeat die Cultivated Meat-Branche auf ein neues Niveau. Während viele Unternehmen Zellkulturen nutzten, um fleischähnliche Produkte herzustellen, habe das Start-up aus pluripotenten Stammzellen echten Muskel geformt, der sowohl funktionell als auch strukturell mit natürlichem Schweinegewebe vergleichbar ist.

Einladung zu Partnerschaften

MyriaMeat richtet sich aktiv an Investoren und Unternehmen der Fleischindustrie, die daran interessiert sind, diese zukunftsweisende Technologie in Deutschland und weltweit weiterzuentwickeln. Interessierte Partner sind herzlich eingeladen, sich direkt mit dem Unternehmen in Verbindung zu setzen, um gemeinsam an einer nachhaltigeren Zukunft der Fleischproduktion zu arbeiten.

„Unser Ziel ist es, strategischer Partner der Fleischindustrie zu werden und eine umweltfreundlichere, tierleidfreie sowie ressourcenschonende Alternative für echtes Schweinefleisch und andere Fleischarten zu schaffen“, erklärt Geschäftsführer Florian Hüttner,„dieser Erfolg zeigt, dass echtes Fleisch auch ohne lebende Tiere produziert werden kann.“

„Wir sehen uns daher nicht als Konkurrenten der Fleischindustrie, sondern als deren Partner. Die Fleischindustrie verfügt über etablierte Vertriebsstrukturen, umfangreiches Know-how und Zugang zu politischen Netzwerken. Unsere Vision ist es daher, gemeinsam mit der Fleischindustrie Produkte zu entwickeln, die bestehende Produktionsmethoden nutzen und die Einführung von kultiviertem Fleisch erleichtern. Auch für die Landwirtschaft könnten sich zukünftig Wege ergeben, von den neuen Produktionsmethoden für Fleisch zu profitieren”, ist sich Hüttner sicher.

Er betont zudem die Bedeutung derartiger alternativer Produktionsmethoden vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie der Bedrohung durch Maul- und Klauenseuche (MKS): „Kultiviertes Fleisch bietet durch seine Herstellung im Labor nicht nur eine Lösung für ethische und ökologische Probleme, sondern reduziert auch die Angriffsfläche für Krankheiten, denen lebende Tiere ausgesetzt sind – und das ohne Genmanipulation.“

Meist gelesene Artikel

News
Umfrage zu Hybridfleisch & Co.
News
Spezialisten für Parmaschinken gesucht
News
Interpack 2026 gestartet
News
VDMA: Branche in guter Verfassung
News
Industrial Auctions: Hochwertige Maschinen

Das könnte Sie auch interessieren:

App interpack 2026

Interpack 2026 gestartet

Anreise, App und mehr: Das sind die besten Tipps für einen erfolgreichen Besuch der interpack 2026 in Düsseldorf....

VDMA: Branche in guter Verfassung

Das Jahr 2025 verlief für die Hersteller von Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen trotz der schwierigen Rahmenbedingungen positiv....

Umfrage zu Hybridfleisch & Co.

Fleischprodukte, bei denen pflanzliche Zutaten einen Teil des Fleischs ersetzen gibt es viele. Über die Hälfte der deutschen Verbraucher würden...
Vion Buchloe Verkauf

Vion trennt sich auch von Standort Buchloe

Verkauf des Rinderschlachthofs Buchloe an die ABP Food Group: Die Vion Food Group treibt ihren Rückzug aus Deutschland konsequent voran....

Industrial Auctions: Hochwertige Maschinen

Hochwertige Maschinen von führenden Fleischverarbeitungsunternehmen sind bei den Auktionen von Industrial Auctions sofort verfügbar....
Wildfleisch Josef Maier

Wildfleisch-Marktführer nach Insolvenz gerettet

Wildfleisch-Spezialist Josef Maier: Verkauf an strategischen Investor aus Österreich sichert Fortbestand des Traditionsbetriebs....