Nur 4 % Vegetarier in Deutschland

Laut erster Ergebnisse des Nationalen Ernährungsmonitoring (nemo) des Max Rubner-Instituts (MRI) ernähren sich weniger Deutsche rein vegetarisch oder vegan als vermutet. Allgemein zeigt sich ein gutes Verständnis dafür, was eine Ernährung gesund oder ungesund macht.

Ernährungsform

Foto: Max Rubner-Institut (MRI)

Nach ihrer Ernährungsform gefragt, gaben knapp 2/3 der Befragten „Mischkost“ an; gut ein Viertel bezeichnete sich als „Flexitarier“, was maximal 2 x/Woche Fleisch auf dem Speiseplan bedeuten würde. Rund 4 % bezeichneten ihre Ernährung als vegetarisch, etwa 1 % gab an, sich vegan zu ernähren. Allerdings ergab die Auswertung dieser Daten und die der konsumierten Lebensmittel eine Diskrepanz: aus den Angaben zum Verzehr geht hervor, dass etwa 75 % der Befragten öfter als zweimal pro Woche Fleisch auf dem Teller haben. Betrachtet man die Dauer der Ernährungsform, ergibt sich ein großer Unterschied: Etwa 80 % aller Mischköstler/-innen gaben an, diese Ernährungsform seit mindestens zehn Jahren zu praktizieren. Dagegen leben nur rund 20 % der Veganerinnen und Veganer, nach eigenen Angaben, seit mindestens zehn Jahren ohne tierische Lebensmittel.

Gesundheitszustand

Foto: Max Rubner-Institut (MRI)

Etwa zwei Drittel der Befragten stuften den eigenen Gesundheitszustand als gut bis sehr gut ein, deutlich mehr als 50 % gab den eigenen Kochkenntnissen die Note gut bis sehr gut. Etwas weniger, aber immer noch fast die Hälfte der Befragten, fand die eigene Ernährungsweise sehr gesund oder eher gesund. Allerdings entsprechen die ebenso abgefragten Verzehrsdaten nicht immer den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Danach sollten täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse verzehrt werden. Die nemo-Befragung zeigt aber, dass Obst und Gemüse nach eigenen Angaben nur von rund 35 % der Teilnehmerinnen und -teilnehmer täglich verzehrt wurden. Entweder Obst oder Gemüse aßen 60 % der Befragten täglich. Nur knapp ein Viertel der Befragten konnte korrekt angeben, wie viele Portionen Obst und Gemüse am Tag die DGE empfiehlt. Fast die Hälfte der Befragten bewertete die eigene Ernährungsweise als sehr oder eher gesund; 12 % schätzten sie als eher nicht oder überhaupt nicht gesund ein.

Diejenigen, die ihre Ernährungsweise als „sehr gesund“ oder eher „gesund“ einschätzten, machten dies oft am häufigen Verzehr von Obst und Gemüse fest. Die Befragten, die ihre Ernährungsweise als „weder gesund“ noch „ungesund“ bewerteten, berichteten, viel Obst und Gemüse zu essen, aber auch das, worauf sie Lust haben – ob gesund oder ungesund. Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die ihre Ernährung als eher „nicht gesund“ oder „überhaupt nicht gesund“ einschätzten, gaben oft an, zu wenig Obst und Gemüse, aber viel Fleisch, Fertigprodukte und Süßes zu essen.

Einkauf

Beim Einkauf waren Geschmack und Frische der Lebensmittel für über 90 % der Befragten besonders wichtige Kriterien. Saisonalität, Preis, möglichst wenig Verpackung, tiergerechte Haltung und minimale Verarbeitung fanden rund zwei Drittel wichtig. Über die Hälfte legte Wert darauf, dass die Lebensmittel nicht gentechnisch verändert sind, wenige (oder keine) Zusatzstoffe enthalten, regional produziert wurden oder dass sie zucker-, salz- und fettarm sind.

Wie geht es weiter?

Die Daten der Online-Befragung „nemo Erwachsene“ werden nun vertieft analysiert. Parallel läuft bald die Befragung von Eltern und Kindern an (nemo kids/family), um für die Altersgruppen 1 bis 9 Jahre und 10 bis 17 Jahre auf aktuelle Ergebnisse zurückgreifen zu können. Zugleich laufen Vorbereitungen für einen weiteren Studienteil von „nemo Erwachsene“: Dabei werden über die Einwohnermeldeämter repräsentativ ausgewählte Personen nicht nur detailliert befragt, sondern auch gemessen und gewogen. Zudem wird der Status kritischer Nährstoffe untersucht, um objektive Aussagen über die Versorgung der Bevölkerung damit treffen zu können.

Hintergrund der Studie: Die Online-Befragung „nemo Erwachsene“ des Max Rubner-Instituts fand zwischen Sept. und Nov, 2024 statt, wobei 3.155 deutschsprachige Personen zwischen 18 bis 80 Jahren befragt wurden. Die Stichprobe wurde bevölkerungsrepräsentativ für Deutschland hinsichtlich der Kriterien Alter, Geschlecht, Schulbildung und Bundesland gezogen. Die Teilnehmer/-innen der Umfrage wurden aus zwei Online-Access-Panels (Payback und GIMpulse) rekrutiert. Themenschwerpunkte: Ernährungsverhalten und -gewohnheiten, verschiedene Ernährungsweisen, Einkaufsverhalten, Einstellungen zum nachhaltigen Konsum, Ernährungswissen sowie finanziell bedingte Einschränkungen im Bereich Ernährung.

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