Wer einen Laden umbaut, muss einiges beachten und für die Zukunft entscheiden? Mit oder ohne SB-Verkauf 24/7, Naturhölzer, Dry-Age-Reifezelle, Sitzbereich u.v.m. Funktion, Technik und Design sind gleichwertig wichtige Elemente. Nachfolgend werden ausgewählte umgesetzte Ladenbauprojekte unterschiedlicher Anbieter vorgestellt:
Fleischerei Geiger, Rheine

Mit der Eröffnung eines innovativen 16/7-„Meat Shops“ bietet dieses traditionsreiche Familienunternehmen seit Ende März 2026 maximale Flexibilität beim Einkauf. Nach dem Motto „Einkaufen, wann immer du willst“, können registrierte Kunden außerhalb der Öffnungszeiten täglich zwischen 6 und 22 Uhr dort selbstständig einkaufen. Die Eröffnung des kameraüberwachten Shops – neben der traditionellen Fleischerei mit Bedientheke – wurde mit einem „Tag der offenen Tür“ gefeiert, bei dem viele Besucher das neue Konzept kennenlernen konnten. Schon am Eröffnungstag registrierten sich über 250 Kunden. „Das Design passt perfekt zu uns und unserem Markenauftritt“, erklären Nicole und Frank Geiger. Gemeinsam mit Stefan Reuschlein von Peukert 1871 wurde das Projekt in sechs Monaten umgesetzt. Ziel war es, den Kunden ein modernes und komfortables Einkaufserlebnis zu bieten. Neben hochwertigen Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Herstellung finden sich im Feinkostsortiment ausgewählte Weine, Spirituosen, Grillsaucen, Gewürze sowie Hellmich-Backwaren. Alle Artikel sind mit EAN-Codes versehen und können am Ende des Einkaufs selbst gescannt und bargeldlos am EC-Terminal bezahlt werden.
Die Fleischerei Geiger steht für Qualität und Regionalität: echte Menschen, die täglich mit Leidenschaft ihr Handwerk leben; echte Qualität, durch eine bewusste Einstellung zum Tierwohl und der Tierhaltung und echter Genuss, durch außergewöhnliche Produkte mit einem unvergesslichen Geschmackserlebnis. Dabei gilt die Überzeugung: „Nur ein Fleischer, der Tiere liebt, ist ein guter Fleischer.“ Entsprechend hoch sind daher die Ansprüche an Tierwohl und Haltung. Verarbeitet werden Rinder, Schweine und Geflügel aus regionaler Herkunft, darunter auch das bekannte Bunte Bentheimer Schwein. Die Partner-Landwirte setzen auf moderne Offenstallhaltung, etwa bei Iberico-Schweinen und Färsenrindern.
Mit dem neuen „Meat Shop“ verbindet die Fleischerei traditionelle Handwerkskunst mit innovativen Vertriebskonzepten und schafft so ein Einkaufserlebnis, das den Bedürfnissen der Kunden gerecht wird – flexibel, regional und vertrauensvoll. Fleischerkollegen sind eingeladen, den Shop zu besuchen und sich sein Bild davon zu machen. Nicole und Frank Geiger stehen für einen Erfahrungsaustausch zur Verfügung.
Metzgerei Batz, Großmehring

Mit Liebe zum Genuss baute diese Metzgerei Batz aus dem Landkreis Eichstätt ihr Geschäft zum zeitgemäßen Hybrid-Smartstore um, in dem die Kundschaft nun 24/7 einkaufen kann. Als handwerklicher Familienbetrieb in fünfter Generation stehen Daniel und Sabine Batz für Qualität und besten Geschmack. Ihre Kunden schätzen dies und freuen sich, dass die Metzgerei um einen 24/7 SB-Shop ergänzt wurde. Ein stylischer Glaskubus-Anbau erweitert die bisherige Verkaufsfläche um rund 10 m² und bietet so rund um die Uhr Fleisch-, Wurst-, Käse- und Snackspezialitäten. Tagsüber ist der SB-Bereich in den Laden integriert. Die flexible Abtrennung für den reinen SB-Betrieb ist unsichtbar hinter dem hinterleuchteten Spannrahmenbild integriert.
Helle Decken und Bodenfliesen bilden einen eleganten Kontrast zur maßgefertigten Strong-Wing-Kühltheke mit dunklem Rahmen. Eine LED-Lichtschiene sorgt für eine perfekte Ausleuchtung der Waren und setzt die Produkte optimal in Szene. Die energieeffiziente Kühltechnik der Theke von bfm Ladenbau sorgt für langanhaltende Frische. Mit schmalen Stützen und Hebescheiben bietet die Strong Wing-Theke die Option, von vorne bestückt zu werden und so beste Ergonomie und eine hohe Funktionalität. Das Konzept war von bfm Ladenbau.
Im hinteren Bereich sorgt eine Imbiss-Zone durch ein entsprechendes Speisenangebot für zusätzliche Umsatzchancen. Die Heißtheke ermöglicht eine flexible, bedarfsgerechte Speisenzubereitung mit optimaler Temperaturführung, da die einzelnen GN-Formen und so auch die Speisen wie bei einem Herd getrennt an- und ausgeschaltet werden können. Dies garantiert die jeweils produktspezifische Kerntemperatur und somit langanhaltende Frische bei marginaler Austrocknung. Für ihren Betrieb ist keine Zu- und Abwasserleitung nötig, es entsteht keine Feuchtigkeit im Raum oder an den Thekenscheiben. Die Reinigung ist nun weniger aufwändig als zuvor, der Stromverbrauch 40 % geringer.
Holzfronten an Wand und Theken unterstreichen die nachhaltige Ausrichtung der Metzgerei und sorgen für eine ansprechende Atmosphäre. Eine echtsteinbeschichtete Wand mit Glitzereffekt und das gebürstete Logo aus Edelstahl unterstreichen den hohen Qualitätsanspruch der Metzgerei. Durch den Umbau wurde aus dem zuvor etwa 35 m² großen Verkaufsraum ein Hybrid-Smartstore, der das Ehepaar Batz und die Kunden begeistert.
Metzgerei Häuser, Aschaffenburg

Diese familiengeführte Metzgerei strukturierte ihr Hauptgeschäft nicht nur um, es erhielt einen neuen Charakter. Es entstand ein Ort, an dem die Kundschaft nicht nur einkauft, sondern verweilt und das Handwerk wahrnimmt. Vier Bereiche unter einem Dach und dennoch ein Raum, der als Einheit wirkt.
Genau darin lag der Anspruch des Projekts: Metzgerei, Imbiss, Bäckerei und Sitzbereich klar zu zonieren und zugleich ein stimmiges Gesamtbild zu schaffen. Die Übergänge sind bewusst fließend gehalten, sodass eine offene, einladende Atmosphäre entsteht, ohne an Struktur zu verlieren.
Gestalterisch prägt reduzierter Industrial-Look das Erscheinungsbild. Schwarze Akzente, Streckmetall, Backstein und Sichtbeton verleihen dem Raum einen klaren Charakter. Als warmer Kontrast dient Eichenholz, das an den Möbelfronten diagonal verlegt wurde und dem Raum Warme verleiht. Auch in der restlichen Raumgestaltung wird dieses Zusammenspiel fortgesetzt: Eine schwarze Decke und Fliesen in Betonoptik unterstreichen den industriellen Charakter, während historische Fliesen gezielt Akzente setzen und den Raum auflockern. Im Sitzbereich laden Bodenflächen in Holzoptik, dekorative Leuchten, Begrünung und Deckenlamellen zum Verweilen ein und verleihen dem Raum eine bessere Akustik. Transparente Glastrennwände strukturieren die Fläche – sie schaffen Orientierung und erhalten das offene Raumgefühl.
Das durchdachte Konzept von Kramer aus Umkirch setzt sich dort fort, wo der Kunde nicht hinsieht: Die Metzgerei gilt laut Unternehmen als erste in Deutschland mit Waterloop-Technologie. Das Herzstück ist die rund 12 m lange PrimoOevo-Theke mit dieser Technologie. Sie arbeitet mit dem natürlichen Kältemantel Propan und verbindet hohe Energieeffizienz mit geringem Wartungsaufwand. Die entstehende Abwärme wird nicht ungenutzt abgeführt, sondern in den Energiehaushalt der Metzgerei zurückgeführt und weiterverwendet. Ein 2,5 m langer Abschnitt der Theke ist als flexible Lösung in einen abtrennbaren SB-Bereich mit Rolltoren eingebunden und lässt sich per Knopfdruck von Bedienung auf Selbstbedienung umstellen – eine Lösung, die im Alltag spürbar entlastet und neue Spielräume schafft – gerade in Zeiten des Fachkräftemangels. Hier entstand ein Betrieb, der gestalterisch überzeugt und gleichzeitig im Alltag funktioniert – durchdacht bis ins Detail und mit einem klaren Verständnis dafür, wie sich Handwerk heute in einem modernen Umfeld entfalten kann.
Fleischerei Kretzschmar, Kamenz | Burämetzg Thürig, St. Gallenkappel/CH

Zwei interessante Konzepte setzte Ladenbau Hanke um, darunter den ersten Laden in der Schweiz. Doch zunächst zur Familie Rost aus der Fleischerei Kretzschmar in Kamenz (li.), die überraschend für weniger als 1.000 Euro eine Hanke-Laden eines Kollegen ersteigerte, der seinen Betrieb aufgab. Sie organisierte einen Demontage-Trupp und eine Spedition, holte die Ladeneinrichtung ab, transportierte sie und lagerte sie zunächst ein. Ein örtlicher Malermeister gab den Wänden einen Anstrich, der Wärme und Gemütlichkeit vermittelt. Nun kam das Hanke-Team ins Spiel. „Die 6 m lange Theke wurde an die neue Umgebung angepasst, ebenso die Rückwand mit Unterbauschränken. Die Krone ist die Bäro-Beleuchtung, die den Laden ins richtige Licht setzt“, schrieb Geschäftsführer Thomas Hanke auf Facebook. Das Fazit der Familie Rost, „so günstig habe man noch nie einen Laden gebaut, die Qualität der Einrichtung ist nicht zu überbieten.“ Bereits im Februar 2026 übergab das Hanke-Team den Laden an die Burämetzg Thürig. Diese Familie kontaktierte den Ladenbauer auf der IFFA 2023. Klare Holz-Farbtöne, die rund 7 m lange Kühltheke Santana III und ein ausgiebiger SB-Bereich mit zahlreichen Regalen bestimmen das Bild im neuen Laden. Eine entsprechende Deckenbeleuchtung rundet das Konzept ab. red/Marco Theimer