
Die europäische Fleischbranche zeichnet sich durch eine ausgesprochene Dynamik aus. In verschiedenen Ländern arbeiten die Fachleute mit Hochdruck an effizienten Qualitätssicherungs-Systemen, die ein hohes Maß an Produktsicherheit und Transparenz gewährleisten. Im Fokus dieser Aktivitäten steht zweifellos die Etablierung Länder übergreifender Konzepte, denn in Zukunft lässt sich nur mit einer europaweit einheitlichen Qualitätssicherungs-Basis das Vertrauen der Verbraucher nachhaltig stabilisieren und damit erfolgreich Wertschöpfungspotenziale nutzen. Auch in den Niederlanden sind die Verantwortlichen des Sektors kontinuierlich dabei, die Inhalte und Auflagen des Qualitätssicherungs-Systems IKB sowohl den jeweiligen Erfordernissen des Marktes als auch den Wünschen der Verbraucher anzupassen. So wurde das IKB-System seit Gründung im Jahr 1992 nahezu jährlich weiterentwickelt. Besonders in den letzten beiden Jahren wurden eine Reihe von weit reichenden neuen Vorschriften in den IKB-Auflagenkatalog aufgenommen.
2001 beispielsweise integrierten die Niederlande als erstes Land in Europa das HACCP-Konzept in den Good Manufacturing Practice-Kodex für die Futtermittelindustrie. Ein Jahr später wurde HACCP zur Pflicht bei der Qualitätssicherung von Schlacht- und Zerlegebetrieben. In diesem Jahr muss die Primärproduktion eine Reihe von Neuerungen in die landwirtschaftliche Praxis umsetzen: So wurde ein spezieller Good Manufacturing Practice-Kodex für Futtermittellagerung und -einsatz in den Betrieben entwickelt. Dieser enthält unter anderem strenge Vorschriften zu Einkauf, Transport und Aufbewahrung von Futtermitteln in Schweinemast-Betrieben.
Die tragende Säule des IKB-Systems ist zweifellos ein professionell gespanntes Netzwerk unabhängiger Kontrollen. Um ein hohes Maß an Produktsicherheit auch auf der Erzeugerstufe gewährleisten zu können, wurde das neue unabhängige Zertifizierungsinstitut VERIN gegründet, das seit April dieses Jahres die am IKB-System teilnehmenden landwirtschaftlichen Betriebe zertifiziert und gegebenenfalls sanktioniert. Die Inspektionen vor Ort werden im Auftrag des Institutes von erfahrenen Kontrolleuren des Kontrollbüros für den tierischen Sektor (CBD) durchgeführt.