Bioland zum heutigen internationalen Tag der Biodiversität
Die biologische Vielfalt ist Grundlage der Landwirtschaft. Bestäubende Insekten, fruchtbare Böden, vielfältige Fruchtfolgen und stabile Ökosysteme sichern Erträge und damit unsere Ernährung. Doch der Verlust an Arten schreitet seit Jahrzehnten voran – umso wichtiger, etwas dagegen zu tun. Bioland-Betriebe erbringen laut eigener Pressemitteilung des Verbands vielfältige Leistungen, um die Artenvielfalt auf ihren Betrieben und darüber hinaus zu erhalten und zu fördern.
„Artenvielfalt ist kein Luxus, sondern die Grundlage unserer Ernährungssicherheit. Wer Biodiversität schützt, schützt unsere landwirtschaftliche Zukunft. Im Ökolandbau nehmen wir diese Aufgabe sehr ernst. Ein Baustein ist der vollständige Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide, die eine große Belastung für Arten und Umwelt sind. Bioland-Bäuerinnen und -Bauern engagieren sich darüber hinaus seit vielen Jahren mit vielfältigen weiteren Maßnahmen für die Artenvielfalt. Sie betreiben damit eine Landwirtschaft, die wieder mehr im Einklang mit der Natur wirtschaftet, unsere Lebensgrundlagen schützt und unsere Ernährung sichert“, erklärt Jan Plagge, Präsident von Bioland.
Fast 30.000 Fußballfelder Ackerwildkrautschutz
Grundlage für das besondere Engagement der Bioland-Betriebe sei eine Biodiversitätsrichtlinie, die Bioland als erster deutscher Bio-Anbauverband schon 2019 beschlossen und 2021 eingeführt hat. Sie mache die konkreten Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt verbindlich. Die Wirkung zeige sich deutlich in der Fläche und Struktur der Betriebe.
So setzten Bioland-Höfe im Schnitt auf vier bis fünf Kulturen pro Betrieb und damit deutlich vielfältigere Fruchtfolgen als der Durchschnitt. Insgesamt werden nach Bioland-Angaben rund 17.000 Hektar Blühstreifen und Blühflächen bewirtschaftet, ergänzt durch mehr als 89.000 Hektar extensives Grünland, das auf über 40 Prozent der gesamten Grünlandfläche biodiversitätsfördernd bewirtschaftet wird. Hinzu kämen rund 87 Millionen Quadratmeter Strukturelemente wie Hecken, Feldgehölze, Gewässer, Steinriegel oder Totholzhaufen – ein zusammenhängendes Netz wertvoller Lebensräume in der Agrarlandschaft.
Auch spezifische Artengruppen profitieren dem Agrarverband zufolge messbar: Über 1.000 Betriebe verzichten auf Teilflächen vollständig auf mechanische Beikrautregulierung und fördern damit Ackerwildkräuter auf mehr als 20.000 Hektar – darunter seltene Arten wie der Ackerrittersporn. Gleichzeitig geben rund 200 Bioland-Betriebe an, noch mehrere Arten Ackerwildkräuter der Roten Liste auf ihren Flächen zu beherbergen.
Im Bereich der Tierwelt sieht Bioland ebenfalls „deutliche Effekte“: Mehr als 2.500 Bioland-Betriebe böten gezielt Nistmöglichkeiten für Großvögel wie Schleiereule, Storch oder Turmfalke an, während über 4.200 Betriebe Schwalben aktiv förderten. Maßnahmen, die dazu beitragen, stabile Populationen in intensiv genutzten Agrarlandschaften zu erhalten.
Insektenlobby und EU-Bio-Projekt
Um den Insekten, beziehungsweise 11.200.000.000.000.000.000 krabbelnden, kriechenden und fliegenden Arbeiterinnen und Arbeitern des Landes eine starke Stimme zu geben, hat Bioland 2022 die Insektenlobby gegründet. Mittlerweile haben sich dort laut Pressemitteilung zum Tag der Biodiversität 10.000 Mitglieder der Insektenlobby angeschlossen, die sich so für die kleinsten Nutztiere der Landwirtschaft einsetzen. Über einen eigenen Newsletter, die „Insekten-Post“, bleibe die Insektenlobby-Mitglieder auf dem Laufenden zum Thema Biodiversität und erfahre mehr über die besonderen Leistungen der Bioland-Betriebe. Alle Infos: www.bioland.de/insektenlobby
Auch die Neuauflage des von der EU geförderten und von Bioland umgesetzten Bio-Bildungs-Projekts stehe ganz im Zeichen der Biodiversität. Ab Sommer 2026 tourt das „Bio-Mobil“ im Rahmen des Projektes „Grenzenlos Bio | Vielfalt für Europa“ in den nächsten drei Jahren durch insgesamt 18 deutsche Städte. Für das Jahr 2026 sind sechs Städte-Stopps geplant. Alle Maßnahmen im, am und um das Bio-Mobil rücken das Thema Biodiversität in den Fokus. Alle Infos: Grenzenlos Regional — Bio in Europa
Artenvielfalt: Bäuerliche Betriebe fördern
Zum Tag der Biodiversität am heutigen 22. Mai 2026 fordert Bioland von der Politik „verlässliche Rahmenbedingungen für eine naturverträgliche Landwirtschaft“. Dazu gehörten eine konsequente Honorierung von Biodiversitätsleistungen, der weitere Ausbau des Ökolandbaus sowie eine deutliche Reduktion chemisch-synthetischer Pestizide. Zudem müssten öffentliche Gelder stärker an konkrete Umwelt- und Naturschutzleistungen gebunden werden.
„Biodiversität ist ein gesamtgesellschaftliches Thema, da die Auswirkungen einer zurückgehenden Artenvielfalt alle treffen. Die Landwirtschaft war lange Zeit ein Treiber des Artensterbens – sie kann aber Teil der Lösung werden – wenn die politischen Rahmenbedingungen dafür stimmen. Grundlage dafür ist: Bäuerliche Betriebe, die heute schon Verantwortung für die Artenvielfalt übernehmen, müssen für diese gesamtgesellschaftlichen Leistungen angemessen honoriert werden“, unterstreicht Jan Plagge.
Das ist Bioland
Bioland ist der bedeutendste Verband für ökologischen Landbau in Deutschland und Südtirol. Mehr als 10.000 Betriebe aus Erzeugung, Herstellung und Handel wirtschaften nach den Bioland-Richtlinien.