Eine aktuellen Publikation des British Medical Journal bring das Dilemma der Ernährungswissenscahften auf den Punkt: Viele Studienergebnisse seien völlig unglaubwürdig. Insbesondere für den härtesten Studienpunkt, der Gesamtsterblichkeit, seien die Effekte einzlener Nähstoffe “gleich Null”.
Auch in Deutschland haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Wissenschaftler auf das Grundproblem hingewiesen, dass Ernährungsbeobachtungsstudien keine Beweise liefern – neben Professor Gerd Antes z.B. Dr. Klaus Koch, Ressortleiter Gesundheitsinformation beim IQWiG, Professor Walter Krämer, Wirtschafts- und Sozialstatistik, Universität Dortmund, Professor Peter P. Nawroth, Direkort Innere Medizin und klinische Chemie, Universitätsklinikum Heidelberg.
“Bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE jedoch scheinen diese Erkenntnisse noch unbekannt zu sein – was in einer DGE-Broschüre zu Obst und Gemüse deutlich wird: Die 5-am-Tag-Propaganda, dass Pflanzenkost die Gesundheit fördert und schützt, wird auf Basis von Beobachtungsstudien fortgeführt – und das obwohl weder ein grundsätzlicher Beweis für den gesundheitsfördernden Effekt von Obst und Gemüse existiert, noch ein Nutzennachweis vorliegt, dass die 5-am-Tag-Kampagne die Gesundheit der Bürger fördert”, erklärt Ernährungswissenschaftler Uwe Knop.
Selbst das DGE hat erst im September 2013 klargestellt, dass man nicht sagen könne, dass Obst und Gemüse vor Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen schützen – verantwortlich seien eher unspezifische Effekte.