11. Round Table in Brüssel

Beim 11. Round Table des Belgian Meat Office/VLAM in Brüssel standen unter dem Motto „Geschichte und Zukunft das Fleischverzehrs“ unter anderem Fleischtraditionen, aktuelle Herausforderungen der Märkte sowie Fleischqualität im Fokus. Nach dem Event 2015 auf der EXPO in Mailand fand der exzellent organisierte Austausch nun wieder in Brüssel statt. Der Einladung des Belgian Meat Office folgten rund 20 Fachjournalisten aus sieben Ländern, erstmals auch aus Polen. Nach einem informativen Ausflug zum Hafen von Antwerpen, in dem auch große Mengen tiefgekühlten Fleisches für den Export schiffbar gemacht werden, standen den Teilnehmern am Folgetag neben den Verantwortlichen des Veranstalters um BMO-Manager René Maillard drei Experten mit interessanten Referaten Rede und Antwort:

 

Prof. Dr. Frederic Leroy von der Freien Universität Brüssel stellte Ergebnisse und Hypothesen aus einer Studie über die Beziehung von Fleisch und Mensch in der Menschheitsgeschichte vor. Er gab einen Überblick über Fleischtraditionen in unterschiedlichen Regionen, Epochen und Religionen und erläuterte an Fallbeispielen etwa heutige Verhaltens- und Sichtweisen wie Paläo-Ernährung, Veganismus oder die negative Darstellung von Fleisch in der Kunst. Eine ganzheitliche Betrachtung der Beziehung von Mensch und Fleisch erkläre einiges und bietet auch Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen.

 

– Über aktuelle Herausforderungen für die belgische Fleischwirtschaft referierte Michael Gore, CEO der FEBEV. Sie resultieren etwa aus dem Tierschutz, dem Verbraucherverhalten, dem behördlichen Umfeld, der EU, dem Export in Drittländer oder der Preisbildung. Lösungen bieten dabei vor allem ein noch stärkerer Dialog mit allen Beteiligten, eine bessere Aufklärung der Verbraucher, Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie proaktives Handeln im Allgemeinen.

 

– Ein erfolgreiches Beispiel dafür ist das Qualitätssystem „Certus“ der Non-Profit-Organisation Belpork für Schweine, das die Koordinatorin Sharon Lagast vorstellte. Es wurde 2000 ins Leben gerufen und umfasst alle Beteiligten der Schweinefleischproduktion. Daran angeschlossen sind 50 % aller Erzeuger in Belgien in diesem Bereich. Die Standards sind auch vom deutschen QS-System anerkannt. Erfolge wurden etwa im Bereich Tierschutz erzielt, es wurde ein Antibiotika-Register eingeführt, das 2017 auch auf Geflügel ausgeweitet werden soll, sowie eine Online-Datenbank „Tracy“ zur digitalen Rückverfolgbarkeit.

 

Dieser Round Table versteht sich als „gelebtes Stück Europa“, das nicht von aktuellen Krisen und politischen Stimmungen bestimmt wird. Dies wurde einmal mehr in Brüssel deutlich. Der nächste Round Table findet voraussichtlich Ende August 2017 statt. www.freshfrombelgium.com

 

Foto: Theimer

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