Metzger Cup: Botschafter bayerischer Kultur

Seit 2020 heißt die bayerische Qualitätsprüfung für Fleisch und Wurstwaren „Metzger Cup“. Die diesjährige Preisverleihung in Neusäß war proppenvoll. Zu Gast waren Staatsminister Dr. Florian Herrmann und TV- und Sternekoch Alexander Herrmann.
Vollbesetzt waren die Stuhlreihen in der Neusäßer Stadthalle auch dieses Mal. Bayerns Landesinnungsmeister Konrad Ammon begrüßte zahlreiche Metzgerfamilien, viele davon waren mit Kind und Kegel gekommen – 600 Gäste waren im Saal. „Die Preisverleihung ist für mich ein Höhepunkt im Jahreskalender. Es freut mich, dass auch Kollegenbetriebe aus Sachsen,Thüringen, Hessen, Baden-Württemberg und Thüringen teilgenommen haben. Das zeigt, das der Metzger Cup auch überregional an Bedeutung gewinnt.“

Beliebt, bekannt, geschätzt

Fotos: Fleischerverband Bayern, M. Theimer

Zum dritten Mal begrüßte Konrad Ammon den Leiter der bayerischen Staatskanzlei, Dr. Florian Herrmann, der die Einladung ebenso gerne angenommen hatte, wie sein nicht verwandtschaftlich verbundener Namensvetter, der fränkische TV- und Sternekoch Alexander Herrmann. „Das bayerische Metzgerhandwerk steht für eine Vielfalt, um die uns viele außerhalb Bayerns beneiden. Daher gilt es umso mehr, dass auch die nächsten Generationen ihre Betriebe erfolgreich weiterführen können. Außerdem ist es eine echte Kunst, individuelle Spezialitäten herzustellen. Alexander Herrmann sprach sich dafür aus, dass Metzger, Bäcker und Gastronomen künftig noch besser im Sinne regionaler Wertschöpfung zusammenarbeiten solten: „Davon können alle profitieren. Ich habe etwa in puncto Fleischreifung viel vom Metzgerhandwerk gelernt. Und: Eine gute Blutwurst ist eben eine Weltspezialität“, betonte er und erntete viel Applaus.

Ehrungen und dutzende Pokale

Foto: M. Theimer

Doch bevor der Staatsminister und der Sternekoch die schier unzählige Anzahl an Urkunden und Pokalen an die Betriebe überreichten und für obligatorische Fotos zur Verfügung standen, ehrten sie zwei hoffnungsvolle Nachwuchskräfte, die beide 2024 „Deutsche Meister im Fleischerhandwerk“ wurden: die Fleischerei-Fachverkäuferin Franziska Meyr („Oxenhof“, Egling) und den Fleischer Lukas Sandmeir (Ausbildungsbetrieb: Landmetzgerei Huber, Jesenwang). Beide erhielten die Silberne Verdienstmedaille des Fleischerverbandes Bayern, eine Stipendium für einen Fleischsommelier-Kurs an den Fleischerschulen Augsburg, Landshut oder Weiterstadt sowie ein personalisiertes, hochwertiges Messer des Verbandspartners Friedr. Dick. Zudem waren im Foyer 16 Partner des Fleischerverband Bayern, z.B. Hagesüd, Kröswang, Handtmann, Local-to-go, bfm Ladenbau, Vemag Maschinenbau, B&L New Media (HACCP App), Multivac und Senertec vertreten.

Kulturell begleitet wurde die stimmungsvolle Verleihung vom Musiker Tobi Probst. Für die kulinarische Versorgung stand wie in vielen vergangenen Jahren zuvor das Team der Fleischerschule Augsburg parat, für dessen selbstlosen Einsatz sich der Verband herzlich bedankte. 187 Metzgereibetriebe und fünf Berufsschulen (München, Ingolstadt, Rosenheim, Würzburg und Fürth) mit über 810 Probenhatten am Metzger Cup 2024 teilgenommen. Mehr als 240 Wurstproben gingen für den Sonderwettbewerb ein. Hier wurde je bayerischem Regierungsbezirk eine Metzgerei geehrt – außer Oberbayern, wo zwei Betriebe einen Pokal bekamen. Ein weitere Pokal ging an einen sächsischen Metzgerbetrieb. Und auch die vielen Kinder freuten sich über kleine Metallschweinchen mit den Aufdruck „Bester Nachwuchs 2024/2025“, die erstmals auf der Bühne verteilt wurden.

Die siegreichen Betriebe des Sonderwettbewerbs „Beste Handwurst/Brotzeitwurst“ 2024/2025:

– Mittelfranken: Metzgerei-Feinkost Hofmann, Altdorf („Kräuterhexn im Alpenkräutermantel“)
– Oberbayern: Feinkost-Metzgerei Weber, Lenggries (Bild oben: „Wilderer-Stangerl“) und Metzgerei Kleeblatt, Holzkirchen („Holzkirchner Peitschen“)
– Oberfranken: Metzgerei Mantel, Marktzeuln-Zettlitz („Walnuss-Stängla“)
– Oberpfalz/Niederbayern: Metzgerei Lotter/„Oberpfalz Beef“, Sulzbach-Rosenberg („Lotter’s Mediterranos“)
– Schwaben: Metzgerei Brenner, Baienfurt („Peitschensalami“ + „Via-Julia-Salami“)
– Unterfranken: Metzgerei Siegler, Lohr am Main („Minisalami“)
– Sachsen: Fachfleischerei During, Dresden, („Nussknacker“)

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