Kein anderer Sektor der deutschen Landwirtschaft ist enger mit der Wirtschaft des Vereinigten Königreiches verbunden als die Vieh- und Fleischwirtschaft. Der „Branchendialog Fleisch + Wurst“ am 31. Mai 2017 erläutert Konsequenzen aus dem Brexit. Fleisch und Fleischwaren sind das wichtigste Produktsegment der deutschen Agrarausfuhren ins Vereinigte Königreich. Der Export von Agrarprodukten und Lebensmitteln dorthin wird durch den Austritt aus der EU auf mittlere Sicht erschwert, das Ausmaß vom Ergebnis der Verhandlungen ab. Die Kapitalmärkte reagierten schnell auf die Abstimmung zum Brexit am 23. Juni 2016. Wenige Tage später hatte das Pfund rund ein Zehntel seines Wertes verloren. Mit dem Wegfall der britischen Nettoeinzahlung von jährlich 4,9 Mrd. Euro wird sich das EU-Agrarbudget um mehr als 2 Mrd. Euro verringern.

Die Briten werden aber weiterhin Appetit auf Speck- und Schinkenprodukte sowie andere Fleischarten haben und schätzen die hohe Qualität der europäischen Zulieferungen zu schätzen. Eine gewisse Unsicherheit wird in den nächsten zwei Jahren trotzdem bleiben. Dr. Martin Banse, Institutsleiter, Thünen-Institut für Marktanalyse erläutert am 31. Mai 2017 welche möglichen politischen und ökonomischen Konsequenzen mit dem Brexit zu erwarten sind. Dabei geht es nicht nur um die Land- und Ernährungswirtschaft Großbritanniens, sondern auch in der EU-27. Weitere Vorträge wie z. B. „Das Dilemma der Essensmacher“ von Dr. Willi Kremer-Schillings, alias „Bauer Willi”, runden die Veranstaltung ab. Eine Diskussionsrunde „Wertewandel und Verbraucherdruck: Weg vom Preis – hin zu mehr Qualität“ soll Anregungen und neue Sichtweisen für die strategische Ausrichtung von Unternehmensverantwortlichen bringen. (AMI)
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