Mega-Skandal in Brasilien: Beim weltgrößten Exporteur von Rind- und Geflügelfleisch geht es offenbar schlimmer zu als in einer Bananenrepublik. Es geht um Gammelfleisch, korrupte Kontrolleure, mit Pappe gestrecktes Hühnerfleisch und krebserregende Stoffe. Und das nicht nur bei einigen wenigen schwarzen Schafen der brasilianischen Fleisch-Branche – auch die beiden größten Konzerne des Landes, Brasil Foods (BRF) und JBS, sollen betroffen sein.
Zwei Jahre ermittelte die Polizei in Brasilien, am vergangenen Freitag, 17. März 2017, kam der Skandal ans Licht. 21 Schlachthäuser sollen verwickelt sein, sowohl kleinere Betriebe als auch die brasilianischen Großkonzerne. Die Vorwürfe:
• Staatliche Kontrolleure sollen von Fleischproduzenten geschmiert worden sein und bei Inspektionen weggeschaut haben.
• Abgelaufenes Fleisch soll mit (krebserregender) Ascorbinsäure aufgefrischt und dann verkauft worden sein.
• Schweinsköpfe sollen für Wurstwaren verwendet worden sein.
• Hühnerfleisch soll als Truthahnfleisch verkauft worden sein.
• Hühnerfleisch soll mit Wasser, Kartoffelpaste und/oder Pappe gestreckt worden sein.
Bei der Großrazzia wurden Dutzende von Personen verhaftet. Außerdem ermittelt die brasilianische Bundespolizei gegen mehr als 30 Mitarbeiter des Agrarministeriums. BRF und JBS wiesen die Vorwürfe zurück. Dennoch ist bereits globaler Flurschaden für die brasilianische Fleischindustrie entstanden. China hat bereits sämtliche Fleischeinfuhren aus Brasilien gestoppt, ähnlich wollen Chile und Südkorea reagieren.
Auch in der EU werden erste kritische Stimmen laut. Deswegen forderte Brüssel von Brasilien eine Garantie, dass kein verdorbenes Fleisch geliefert wird. Auch in Deutschland ist Fleisch aus Brasilien durchaus eine Marktgröße. Im vergangenen Jahr wurden davon gut 114.000 t importiert.
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