Chemie und ihre Folgen

Was für Auswirkungen haben Chemikalien in Lebensmitteln und wie hoch darf ihr Gehalt maximal sein, ohne dass gesundheitliche Folgen für den Menschen zu befürchten sind? Um diese Fragen dreht sich die jährliche internationale Konferenz „Food Safety and Dietary Risk Assessment“ der Akademie Fresenius, die dieses Mal von 29. Februar bis 1. März in Köln stattfand.

Die OECD hat 2008 eine Arbeitsgruppe zur Harmonisierung der Berechnung von Rückstandshöchstgehalten (MRLs) gegründet. Ein entsprechendes Berechnungstool wurde 2010 verfügbar gemacht. Zwar hat dieses bereits entscheidend dazu beigetragen, eine einheitliche Methodik zur Einführung von MRLs in den OECD-Mitgliedstaaten zu etablieren, doch bleibt nach wie vor auf diesem Gebiet noch vieles zu tun. So stellt sich z. B. nach wie vor die Frage, wie bedeutend geographische Zonen und klimatische Unterschiede hinsichtlich der Konzentration von Pestizidrückständen bei der Definition von Höchstgehalten sind.

Die US-Umweltschutzbehörde EPA arbeitet derzeit mit Kanadas Seuchenschutzbehörde PMRA und Crop Life America daran, weltweite Daten aus Feldversuchen auszuwerten, um auf diesem Weg herauszufinden, wie stark sich Pestizidrückstände systematisch zwischen den geographischen Zonen unterscheiden. Obwohl die Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist, suggeriert die bisherige Analyse, dass entsprechende Unterschiede in den Rückstandsleveln weder systematisch noch signifikant oder substantiell sind.

Wie eine kumulative Bewertungsgruppe gebildet wird und welche Ergebnisse bereits für die Interaktion von Pestiziden mit neurotoxischen Effekten vorliegen, zeigte Antonio Hernández-Jerez (Universität Granada) von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) auf. Die CAG-Methode bestehe aus vier Schritten. Zunächst werden die Effekte identifiziert, die sich negativ auf ein Organ/ein Organsystem auswirken. Danach werden diese näher charakterisiert und Daten bezüglich der Endpunkte und Dosen gesammelt, bei denen der spezifische toxische Effekt zu beobachten ist. Als letzter Schritt folgt die Gruppierung der Pestizide anhand der von ihnen ausgelösten toxikologischen Effekte.

Neurotoxizität könne sich sowohl permanent in neuropathologischen Veränderungen als auch durch zeitweilige oder dauerhafte funktionale Veränderungen bemerkbar machen, so Hernández-Jerez. Letztere meinen Einschränkungen bei Motorik, Sensorik und vegetativen Funktionen sowie neurochemische Veränderungen. Insgesamt konnte die EFSA bislang 68 Pestizide identifizieren, die Auswirkungen auf das Nervensystem verursachen. 47 von ihnen resultieren in akuten, 64 in chronischen Effekten.

Die Tagungsunterlagen mit den Skripten aller Vorträge der Fresenius-Konferenz können zum Preis von 295,- € zzgl. MwSt. bei der Akademie Fresenius bezogen werden.

Foto: Akademie Fresenius

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