Da lacht das Ferkel

Vom 1. Januar 2019 an dürfen in Deutschland Ferkel nicht mehr ohne Betäubung kastriert werden. Die Teilnehmer der Koordinierungsplattform „Verzicht auf betäubungslose Ferkelkastration“ sprechen sich für ein gemeinsames und aktives Vorgehen aus, um rechtzeitig einen geordneten, aus Tierschutzsicht vertretbaren und für alle wirtschaftlich gangbaren Weg aus der chirurgischen Ferkelkastration ohne Betäubung zu erreichen.

 

In der Sitzung der Koordinierungsplattform am 18. April 2016 wurden entsprechende Eckpunkte erarbeitet. Es besteht Einigkeit unter den Experten, dass als Alternativen zukünftig die Kastration mit Schmerzausschaltung/Betäubung, Jungebermast sowie Jung- ebermast mit Impfung (Immunokastration) zur Verfügung stehen werden. Derzeit sind allerdings nach Einschätzung der Koordinierungsplattform noch viele Fragen offen. Angesichts der Tatsache, dass in der Praxis zur Zeit erst in begrenztem Umfang auf die betäubungslose Ferkelkastration verzichtet wird und einzelne Marktbeteiligte den Verzicht zu einem vorzeitigen Termin anstreben, sehen die Wirtschaftspartner erhebliche Zielkonflikte. Jedes Verfahren bringe Vor- und Nachteile, aber auch Risiken mit sich.

 

Die bisherigen Forschungen und praktischen Erfahrungen haben zu wichtigen Erkenntnissen geführt. Es gibt jedoch noch immer Forschungs- und Klärungsbedarf insbesondere hinsichtlich der Verbraucherakzeptanz und in Bezug auf den Tierschutz sowie zu rechtlichen und marktrelevanten Fragen. „In der Wirtschaft und Wissenschaft wird mit Hochdruck an Lösungen gearbeitet. Es geht darum, offene Fragen in den Bereichen Geruchsdetektion, Tierhaltung, Züchtung, Verarbeitung und Vermarktung zu klären. Außerdem müssen die Auswirkungen auf Betriebs- und Marktstrukturen, auf Mast- und Zuchtbetriebe sowie den innereuropäischen Handel mit Schweinen und Schweinefleisch geprüft werden. Auch regionale Besonderheiten sind zu beachten“, so Dr. Hermann-Josef Nienhoff, Geschäftsführer der QS Qualität und Sicherheit GmbH.

 

Die Koordinierungsplattform setzt sich aus Verantwortlichen der Schweineerzeugung, der Fleischwirtschaft und des Lebensmitteleinzelhandels zusammen. Aktiv beteiligt sind außerdem zahlreiche Wissenschaftler, der Deutsche Tierschutzbund und Vertreter des Bundesministeriums. QS koordiniert die Plattform seit 2009.

Foto: Archiv

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