Bonn. Im Gegensatz zur gesamten deutschen Ernährungsindustrie, die sich bei ihrer Investitionsplanung für die nächsten 24 Monate eher zurückhalten will, zeichnet sich in der Fleischbranche für 2013 eine Steigerung der Investitionstätigkeit ab. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage von AFC Management Consulting bei rund 110 repräsentativ ausgewählten Unternehmen der deutschen Ernährungswirtschaft hervor.
Darin erklärten sich 38 % der fleischverarbeitenden Betriebe bereit, in den kommenden zwei Jahren in Erweiterungsmaßnahmen oder Übernahmen zu investieren. Bei der AFC-Erhebung im vergangenen Jahr hatten nur 33 % der befragten Unternehmen entsprechende Pläne geäußert. Damit blickt die Fleischbranche nach vier Jahren wieder optimistischer in die Zukunft.
Die auf die Agrar- und Ernährungswirtschaft spezialisierte Beratungsgesellschaft AFC Management Consulting interviewt bereits seit 2004 alljährlich die Geschäftsführer bzw. Inhaber von repräsentativen Branchenzugehörigen zu geplanten oder bereits getätigten Übernahme- oder Erweiterungsinvestitionen, Betriebsverlagerungen und bevorzugten Standortfaktoren. Ein weiterer Themenschwerpunkt der Befragung ist die aktuelle Einschätzung der Exportsituation. Die Auswahl der Gesprächspartner für die Studie spiegelt sowohl die Branchenstruktur als auch die verschiedenen Größenklassen der Ernährungswirtschaft wider.
Laut der aktuellen AFC-Studie führten aus der heimischen Fleisch- und Wurstwarenbranche rund 43 % der Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten Erweiterungsinvestitionen durch. Das waren 15 Prozentpunkte mehr als 2011. Von diesen Branchenangehörigen gaben rund 70 % an, mehr als eine Millionen Euro investiert zu haben. Dies entspricht einem Plus von 44 Prozentpunkten gemessen am Jahr zuvor.
Betrachtet man hingegen die deutsche Ernährungswirtschaft insgesamt und unabhängig von der Unternehmensgröße, so setzte sich hier auch 2012 der Trend der Vorjahre fort, weniger Geld für Erweiterungsmaßnahmen auszugeben. Im vergangenen Jahr investierten hierfür nur noch 36 % der befragten Unternehmen. Fünf Jahre zuvor (2007) gab von ihnen noch knapp über die Hälfte an, Erweiterungsinvestitionen getätigt zu haben. Dabei sprachen 62 % von einer Investitionshöhe größer als eine Millionen Euro, was ein leichtes Plus zum Vorjahr bedeutete.
Alles in allem wollten 2011 noch 40 % aller Befragten aus der Ernährungsbranche in Erweiterungen oder Übernahmen investieren. Derzeit sind es nur noch rund 31 Prozent, wie die jüngste AFC-Befragung ergab. „Aktuell ist in der deutschen Ernährungsindustrie eine deutliche Zurückhaltung hinsichtlich der Investitionsplanung für die nächsten zwei Jahre zu verzeichnen", stellt Dr. Otto Strecker, Geschäftsführer der AFC Management Consulting GmbH, dazu fest.
Dem Branchentrend gemäß baute auch die fleischverarbeitende Branche in den vergangenen Jahren ihr Exportgeschäft aus. Inzwischen geben 62 % der befragten Unternehmen, im Export aktiv zu sein. Zum Vergleich: Die gesamte Ernährungsindustrie liegt mit 63 % nur knapp oberhalb dieses Wertes.
Als Hauptexportland wird nach wie vor am häufigsten die Europäische Union genannt – sie nimmt mit 60 % der Nennungen den ersten Rang ein. Weitere wichtige Ausfuhrziele sind China und Südkorea mit jeweils 10 % der Nennungen.
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teo/Redaktion Fleischerei Technik