Zum zweiten Mal präsentierten Bundesernährungsminister Christian Schmidt und Forsa-Geschäftsführer Manfred Güllner den Ernährungsreport. Sie stellten die Ergebnisse der jährlichen Umfrage am 3. Januar 2017 vor Journalisten in Berlin vor.
Der Minister setzt sich für ein Verbrauchsverfallsdatum ein, das deutlich macht, wann ein Lebensmittel tatsächlich nicht mehr genießbar ist. In der Umfrage für den Ernährungsreport 2017 haben 70 % der Befragten angegeben, dass ein solches Datum das Mindesthaltbarkeitsdatum ersetzen sollte. 89 % sind zudem dafür, dass auf nicht verderblichen Lebensmitteln kein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben werden sollte.
Gefragt nach ihren Erwartungen an die Landwirtschaft, nennen die Befragten auf Platz 1 eine artgerechte Tierhaltung – noch vor der Qualität der Produkte, der Entlohnung der Mitarbeiter und umweltschonenden Produktionsmaßnahmen. 87 % möchten bessere Standards in der Tierhaltung, 82 % wünschen sich mehr Transparenz über die Bedingungen, unter denen die Nutztiere gehalten werden.
Tierwohl-Label: Eckpunkte auf der Grünen Woche
Diese Aussage spiegelt sich auch in den Antworten zu relevanten Siegeln auf Lebensmitteln. Während im Ernährungsreport 2016 noch 36 % der Befragten angaben, auf Siegel für mehr Tierwohl zu achten, sind es im aktuellen Bericht bereits 47 %. „Das ist eine bemerkenswerte Steigerung und zeigt, wie wichtig das Thema den Verbrauchern ist“, kommentierte der Ernährungsminister das Umfrageergebnis.
Ein staatliches Tierwohlsiegel wünschen sich 79 % der Befragten – Ausdruck dafür, dass momentan vielen Verbrauchern beim Einkauf die Orientierung zu diesem Thema offenbar fehlt. Und sie sind nach wie vor bereit, dafür auch zu zahlen: 88 % der Befragten würden mehr Geld für Lebensmittel ausgeben, wenn diese aus Haltungen mit höheren Tierwohl-Standards stammen. „Ich werde deshalb ein staatliches Tierwohl-Label einführen. Eckpunkte werde ich auf der Grünen Woche vorstellen“, so der Ernährungsminister abschließend.
Ein zentrales Anliegen des Ministers ist es, ein eigenes Schulfach Ernährungsbildung zu etablieren. Dieser Forderung stimmt die große Mehrheit der Befragten zu. So sehen neun von zehn Deutschen Ernährungsunterricht auf einer Stufe mit Fächern wie Mathematik, Deutsch oder Englisch.
Mit dem Ernährungsreport erhebt das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Bundesernährungsministers Ernährungsgewohnheiten,- wünsche- und -trends in Deutschland. Im Bild o.: Forsa-Chef Manfred Güllner (li.) und Bundesernährungsminister Christian Schmidt präsentieren den Ernährungsreport 2017.
Foto: Photothek Plambeck/BMEL