Die Mühle trotzt unruhigen Winden

Trotz unruhiger Marktlage konnte die Rügenwalder Mühle ihren Erfolgskurs von 2015 fortsetzen. Der Gesamtbruttoumsatz blieb 2016 mit rund 204 Mio. € nahezu konstant (2015: 205 Mio. €). Auch der Gesamtabsatz entspricht mit 24.400 t knapp dem Wert des Vorjahres (24.421 t).

 

Geschäftsführer Godo Röben zog eine Erfolgsbilanz mit erhobenem Zeigefinger: „2016 war ein schweres Jahr für unsere Branche. Viele Unternehmen, insbesondere familiengeführte mittelständische Betriebe wie wir, haben stark zu kämpfen. Und auch in Zukunft sieht es für die gesamte Fleisch- und Wurstbranche nicht nach einer Besserung aus. Umso beachtlicher, dass wir trotz allem auch in diesem Jahr unsere äußerst positiven Ergebnisse des Vorjahres halten konnten. Einen großen Anteil an diesem Erfolg hat natürlich unsere vegetarische Produktlinie.

 

Ziel: 2020 zu 40 % fleischfrei

Der rückläufige Wurst- und Fleischkonsum in Deutschland betraf auch die Rügenwalder Mühle, die 2016 beim Absatz an fleischhaltigen Produkten Einbußen von 5 % verzeichnete. Der Veggie-Gesamtmarkt ist dagegen von 2015 auf 2016 um 9,6 % gewachsen. Die Rügenwalder Mühle legte mit ihren vegetarischen Produkten überproportional um 33 % zu. Der Anteil der vegetarischen Produkte am Gesamtumsatz der Rügenwalder Mühle belief sich Ende 2016 auf 26 %.

 

Mit 575 Mitarbeitern hat sich die Zahl der Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr um 42 Personen (+7,9 %) erneut erhöht. Grund dafür ist vor allem der kontinuierliche Ausbau der vegetarischen Produktlinie, die zusätzliches Personal erfordert. „Unser Ziel ist es, 2020 40 % unseres Umsatzes mit fleischfreien Produkten zu erwirtschaften“, blickte der Geschäftsführer in die Zukunft.

 

Investitionen für die Zukunft

Investiert hat die Rügenwalder Mühle 2016 v. a. in den Auf- und Ausbau der vegetarischen Produktlinie. Geld floss in die Anschaffung neuer Maschinen, den Ausbau der Forschung und Entwicklung sowie in das neue Werk 2. Ein im vergangenen Jahr erworbenes Gebäude am Firmensitz in Bad Zwischenahn – eine Halle inklusive Sozialräume (ca. 2.500 m2) sowie ein Verwaltungstrakt (ca. 1.000 m2) – wird seit Jahresbeginn 2016 genutzt. Es befinden sich dort mehrere Verpackungslinien für die vegetarischen Produkte sowie Büros für einen Teil der stark angewachsenen Zahl an Mitarbeitern aus Verwaltung und Vertrieb. Dazu wurde ein weiteres Grundstück erworben, um so Potentiale für künftiges Wachstum zu schaffen. Insgesamt belief sich die Investitionssumme im Jahr 2016 auf 5,5 Mio. € (2015: 15 Mio. €).

 

Die ersten Wurstprodukte mit Fleisch in Bio-Qualität brachte Rügenwalder im Juli 2017 in den Handel: Schinken Spicker als Bio-Variante in den beiden Sorten Mortadella und Bärlauch-Lyoner. Das Bio-Sortiment ist einer von vielen Bausteinen, mit denen das Familienunternehmen nachhaltig agieren will. Unter anderem stellte das Unternehmen vor einem Jahr die komplette Produktion auf Ökostrom um. www.ruegenwalder.de

 

 

Foto: Rügenwalder Mühle

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