Die Einkommenssituation der europäischen Schweineproduzenten ist sehr unterschiedlich. Vor allem in Spanien, Portugal, Frankreich und Belgien führen steigende Futtermittelkosten zu einem deutlich negativen Deckungsbeitrag.
Über mögliche Maßnahmen, die den Sektor mittel- bis langfristig stützen können, diskutierten am 3. Dezember 2010 in Brüssel Delegationen aus 22 EU-Mitgliedstaaten sowie Vertreter von Verbänden und der EU-Kommission.
„Es ist wichtig und richtig, dass wir in der EU über Markt stützende Maßnahmen beraten. Dabei ist zu prüfen, welche Instrumente zur Verfügung stehen, ob diese ausreichen bzw. weiter zu entwickeln sind. Zudem gilt es, den richtigen Zeitpunkt für ein solches Absiche-rungsnetz zu finden", so Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV).
Die derzeitige Situation zeigt, dass in Deutschland auch in schwierigen Marktlagen mit hohen Rohstoffpreisen durch eine effiziente Produktion und gesicherte Absatzmärkte eine höhere Marktsicherheit erlangt wird, als durch Markt eingreifende Maßnahmen. Verfügbare, einheitliche Lieferpartien auf einem sehr hohen Qualitätsniveau sind wesentliche Voraussetzung für den Export in EU-Länder, aber vor allem in Drittlandstaaten. „Dennoch sollten schnellstmöglich Lösun-gen bezüglich der Sicherung des Proteinmarkts herbeigeführt werden. In diesem Zusammenhang sind zwei wesentliche Punkte anzuführen: Die Einführung einer technischen Toleranzgrenze für in der EU nicht zugelassene GVO-Produkte sowie die Wiederzulassung von Proteinen tierischen Ursprungs (Geflügel und Schwein) für Nichtwiederkäuer", betonte Nüssel.
Ferkel und Schweine produzierende Betriebe stehen vor neuen Herausforderungen, die wesentliche Eingriffe in die Haltungsverfahren und somit eine deutliche Steigerung der Produktionskosten bedeuten können. Weitere Maßnahmen bezüglich Wohlbefinden der Tiere und Tiergesundheit sind kritisch auf die verursachenden Kosten und den tatsächlich erzielbaren Nutzen zu prüfen, bevor diese verpflichtend umgesetzt werden.