über die Umsetzung des neuen Hygienepaketes. “Jetzt zur Jahresmitte sind immer noch viele Fragen offen, die Verunsicherung vor allem im heimischen
Metzgereihandwerk ist groß.”
Grund sind die bislang fehlenden rechtlichen Konkretisierungen des neuen EU-Hygienpaketes durch die nationalen Gesetzgeber Bund und Länder in
Deutschland. “Der Umsetzungszeitraum in Deutschland beträgt noch dreieinhalb Jahre bis Ende 2009”, bestätigt Josef Fendt, Geschäftsführer des
Fleischerverbandes Bayern. Im Mittelpunkt der neuen Hygienevorschriften stehen amtliche Kontrollen, unterstützt durch verstärkte Eigenkontrollen und
Risikobeurteilungen der Betriebe, eine lückenlose Dokumentation der Hygienekontrolle und regelmäßige Hygieneschulungen der Mitarbeiter. Ferber betont dabei, dass die Europäische Union die neuen Hygienevorschriften äußerst flexibel gestaltet habe mit viel Ermessungsspielraum für die
Umsetzung durch nationale Behörden. Eine Äußerung, die Zustimmung durch Geschäftsführer Josef Fendt sowie dessen Stellvertreter Rolf Anger findet.
Beide Vertreter des Fleischerverbandes Bayern machen sich Sorgen um die künftige nationale Umsetzung des EU-Hygienepaketes, vor allem vor dem zu hohen bürokratischen Aufwand, den Brüssel selbst nicht fordert. Ferber hat inzwischen Erfahrung mit der Einführung der neuen EU-weit gültigen
Hygieneverordnung in anderen Ländern, “keine Probleme”, so das Fazit des Parlamentariers. Allerdings teilt er die Sorge des Fleischerverbandes Bayern hinsichtlich der zu erwartenden nationalen Gesetzgebung. “Denn ein heimischer Metzgermeister ist kein Kontrolleur oder Lebensmittelchemiker,
und dass soll er auch nicht werden.” Aus diesem Grund werden in der nächsten Zeit intensive Gespräche stattfinden zwischen dem Fleischerverband Bayern und den zuständigen Ministerien im Freistaat. Ziel ist, in absehbarer Zeit
zu einer Regelung zu gelangen, die den Bedürfnissen der Metzger- und Fleischereibetriebe gerecht wird und gleichzeitig höchsten Verbraucherschutz
gewährleistet. Ferber hat seine Unterstützung während dieser bevorstehenden Verhandlungen zugesagt. Ihm sind dabei unter anderem die Belange und das Fortbestehen kleiner und mittelständischer, heimischer Handwerksbetriebe wichtig, “denn jeder Verbraucher soll auch künftig sein Fleisch und seine
Wurst beim Metzger seines Vertrauens vor Ort kaufen können”.