Die Mitglieder des Finat, des internationalen Branchenverbands für selbstklebende Produkte und von damit in Zusammenhang stehenden Erzeugnissen, kamen zum Jahreskongress in Monte Carlo zusammen. Das Schwerpunktthema „The Battle for Shelf Appeal“ befasste sich mit dem Wettbewerb um die Regalwirkung. Zur Einführung stellte Moderator Marc Büttgenbach (DE), Sales Director for Labels and Consumables bei Bizerba, den Hauptredner Rik Olthof (NL), Markenstratege bei der internationalen Beratungsagentur für Marken und Verpackungen Cartils, vor. Dieser erläuterte das Wesen der Markenbildung und betonte, wie wichtig die optische und haptische Anmutung eines Produktes für dessen Regalwirkung ist. Der Schlüssel zum Erfolg besteht darin, die Wirkung und Sichtbarkeit des Produktes in einer Vielzahl unterschiedlicher Umgebungen, angefangen bei Supermärkten – in denen der Verbraucher heute im Durchschnitt nur noch 20 Minuten verbringt, was die Bedeutung der Regalwirkung für die Kaufentscheidung entscheidend erhöht – bis zu Clubs und Bars sicherzustellen. Danach erläuterte Jules Lejeune (NL), Geschäftsführer des Finat, Trends und Triebkräfte für die Branche sowie speziell für die Finat-Mitglieder.
Mike Ferrari, Gründer und Präsident von Ferrari Innovation Solutions und seit 32 Jahren in leitender Position bei Procter & Gamble, referierte zum Thema „Innovation zum Nutzen von Etiketten und Verpackungen“. Er illustrierte mit faszinierenden Beispielen, wie sich der Weg des Käufers ändert sowie dazu, wie sich ebenfalls Lösungen entwickeln, um den Käufer stärker einzubinden. Dann fragte er, welche Anforderungen die neue Welt dem Etikettenverarbeiter stellen würde? Ganz oben auf der Liste stand die Orientierung auf den Käufer/Verbraucher. Gleich danach kam die Notwendigkeit, den Weg des Käufers über das Ladenregal hinaus im Blick zu haben. Etikettendruckereien sollten ihre Rolle in einem breiteren Kontext sehen und sich als Lösungsanbieter und Marketingunternehmen betrachten. Diese Komponenten, betonte Ferrari, würden einen erfolgreichen Weg ebnen, um mit Verpackungen Gewinn zu erzielen.
Ein Weg, den die Finat-Mitgliedsunternehmen zunehmend gehen, ist die Schaffung von gedruckter Elektronik. Alan McClelland (GB), Direktor für Geschäftsentwicklung beim Centre for Process Innovation, zeigte, dass gedruckte Elektronik zwar in viel mehr Anwendungen als nur Etiketten vorkommt, die Verpackung diese aber erfolgreich nutzen kann, um „intelligente“ interaktive Markenmerkmale zur Verfügung zu stellen. Dazu zählen sofort ins Auge fallende interaktive Dekorationen auf der Packung, Rückverfolgungsdaten, Nachbestellungsfunktionen sowie Manipulations- und Fälschungsschutz. Leider, so führte er aus, hat die umfassendere intelligente Verpackungslieferkette ein Problem in Bezug auf die kommerzielle Umsetzung dieser äußerst vielseitigen Technologie, da die Markeninhaber, Einzelhändler, pharmazeutischen Unternehmer und andere große Zulieferer erst investieren, „wenn die Technologie da ist“. In den kommenden Monaten wird der Finat mit neuen Online-Plattformen für Wissen und Lernen, mit der erweiterten Definition von Etiketten, mit den öffentlichen Initiativen und mit dem Finat Young Managers Club als Treffpunkt der Branchenführer von morgen auf dieser Auftaktveranstaltung aufbauen. www.finat.com