Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer bei Fleisch und Milch von 7 auf 19 % fordert das Umweltbundesamt (UBA). Mit den frei werdenden Mitteln könnten laut Präsidentin Maria Krautzberger etwa pflanzliche Lebensmittel oder der öffentliche Nahverkehr vergünstigt werden. Für Fleisch und Milch gilt, wie auch für die meisten anderen Grundnahrungsmittel, ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz von 7 %. Aus verschiedenen Bundesministerien wurde aber bereits bekannt, u.a. von Bundesernährungs- und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, dass eine solche Erhöhung nicht forciert werde.
Der Hintergrund dieser Forderung ist der neue Bericht des UBA mit dem Titel „Umweltschädliche Subventionen in Deutschland“, welcher den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt. Danach trage die Landwirtschaft wesentlich zum Klimawandel bei, hierzulande etwa als Hauptverursacher von Methan- und Lachgasemissionen. Fleisch und Milch seien klimaschädlicher als Getreide, Gemüse oder Obst. 1 kg Rindfleisch verursache in der Herstellung zwischen 7 und 28 kg Treibhausgasemissionen, Obst und Gemüse weniger als 1 kg. Die Summe umweltschädlicher Subventionen liege bei insgesamt 57 Mrd. Euro. Mehr als 90 % davon seien eine Last für das Klima. Mit Steuergeldern würde also ein klimaschädliches Verhalten subventioniert.
Dem Bericht der Behörde (Zahlen von 2012) zufolge entfallen auf diese Subventionen 28,6 Mrd. Euro auf den Verkehrssektor, danach folgen die Bereiche Energie (20,3 Mrd. Euro) sowie Land- und Forstwirtschaft/Fischerei (5,8 Mrd. Euro).
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