An den schlechten Haltungsbedingungen von Schweinen ändern laut Greenpeace Qualitätssiegel wenig – deshalb hat die Organisation Fleischsiegel bewertet. Wenn auf dem Fleisch im Kühlregal Label wie „DLG-Gold“, „QS – Ihr Prüfsystem für Lebensmittel“ oder „Initiative Tierwohl“ kleben, ging es dem Schlachttier vorher nicht unbedingt gut, heißt es. Der Siegel-Check der Organisation zeigt: Nur wenige Gütesiegel auf Fleisch geben wirklich Auskunft darüber, wie die Tiere gehalten wurden. Auch erfährt der Kunde beim Einkauf nur wenig darüber, ob Gen-Futter und Antibiotika eingesetzt wurden. Dabei wollen Verbraucher wissen, wie die Tiere gehalten werden, wie eine von Greenpeace beauftragte Forsa-Umfrage gezeigt hat. 89 % der Verbraucher wünschen sich für Fleisch eine ähnliche Kennzeichnung wie für frische Eier. „Greenpeace setzt sich für eine gesetzlich verpflichtende Haltungskennzeichnung ein“, sagt Stephanie Töwe, Greenpeace-Expertin für Landwirtschaft. „Nur so kann der Verbraucher den Unterschied erkennen und entscheiden, was für Fleisch er essen will.“
Vertrauensvolle Fleischsiegel
Bisher können Kunden nur beim Bio-Siegel davon ausgehen, dass das verarbeitete Tier aus artgerechterer und umweltschonender Haltung stammt. Auch die Label vom Deutschen Tierschutzbund und von Vier Pfoten garantieren ein besseres Schweineleben. Allerdings sind Produkte mit diesen beiden Siegeln im Handel kaum erhältlich.
Irreführend sei besonders die „Initiative Tierwohl“ des Einzelhandels, mit dessen Logo vor allem Lidl und Aldi auf frischen Schweinefleischprodukten werben. Die so gekennzeichneten Produkte stammen nur zu einem kleinen Teil aus Ställen der Initiative selbst. Zudem liegen die Ansprüche nur geringfügig oberhalb der gesetzlichen Mindeststandards. Es ist erlaubt, Ringelschwänze zu kupieren sowie Gen-Futter einzusetzen und Auslauf ist kein Muss. Auch die weitverbreiteten konventionellen Siegel „QS“ und „DLG“ orientieren sich nur an den gesetzlichen Mindeststandards.