Industrie 4.0: Erwünscht, aber zu teuer

Die Vorteile von Industrie 4.0 haben die Unternehmen eigentlich erkannt: Vier von fünf Unternehmen (79 %) schätzen Industrie 4.0 als strategisch wichtig für ihr Geschäft ein. Jedes dritte Unternehmen (34 %) hält sie sogar für sehr wichtig. Am häufigsten wird die erhöhte Produktionsflexibilität als Vorteil angesehen: 62 % der Unternehmen sind dieser Meinung. 57 % sind zudem der Auffassung, dass sie mit Industrie 4.0 schneller auf Kunden- und/oder Marktanforderungen reagieren können.

 

Allerdings gibt es zwei Haupthemmnisse für die Einführung von Industrie-4.0-Anwendungen in den Betrieben: Zwei von drei (64 %) Unternehmen beklagen einen zu hohen Investitionsbedarf. Und nach Ansicht von 57 % der Unternehmen fehlt es schlicht am dafür qualifizierten Personal. Damit verspielen sie einen wichtigen Wettbewerbsvorteil, denn die intelligente Fabrik und die Vernetzung von Produkten untereinander – das versteht man im wesentlichen unter Industrie 4.0 – spart Zeit, Geld und ermöglicht eine individuelle Fertigung.

 

Maschinenbau pro Industrie 4.0

 

Dabei ist die strategische Bedeutung von Industrie 4.0 in den Branchen bislang unterschiedlich angekommen. Vor allem der Maschinenbau spricht dem Thema große Wichtigkeit zu: 86 % halten Industrie 4.0 für „eher wichtig“ oder „sehr wichtig“. Zudem spielt Industrie 4.0 für größere Mittelständler eher eine Rolle als für kleinere: Bei den Unternehmen mit 100 bis 499 Mitarbeitern halten 78 % die strategische Bedeutung für „sehr wichtig“ beziehungsweise „eher wichtig“. Bei den Unternehmen mit 500 und mehr Mitarbeitern sehen 84 % eine große strategische Bedeutung darin.

 

Das sind die Ergebnisse einer Befragung der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) zusammen mit Bitkom Research (im Bild o. die Titelseite der Studie). An der Befragung nahmen mehr als 550 Unternehmen teil. „Industrie 4.0 ist zentral für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und den Wirtschaftsstandort Deutschland – das haben die Unternehmen auch weitestgehend erkannt. Aber ihnen fehlen das Geld und das Personal“, zieht EY-Partner Christoph Kilger eine eher ernüchternde Bilanz der Umfrage.

 

 

Foto: EY Ernst & Young

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