Keine Euro-Abzocke im Gastgewerbe!

Aktuelle Berechnungen des Statistischen Bundesamtes belegen eindeutig, dass die Preise in Hotellerie und Gastronomie im ersten Quartal 2002 durchschnittlich nur um 3,7 % gestiegen sind. Im gleichen Zeitraum haben hingegen Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um 4,8 % zugelegt, die – wie die Verbraucher – auch die gastgewerblichen Unternehmer zu zahlen haben. Bei Fischprodukten betrage der Anstieg von Januar bis März 6,7 %, Gemüse schlage im Durchschnitt sogar mit 14,3 % im Vergleich zum Vorjahr zu Buche.
“Wer angesichts dieser Werte immer noch behauptet, dass derzeit in der Gastronomie profitgierige Euro-Abzocke stattfindet, betreibt wider besseres Wissen populistische Stimmungsmache gegen Deutschlands Wirte oder ist schlichtweg nicht in der Lage, die offiziellen Zahlen zu lesen”, stellt Ernst Fischer fest. Überdies ist in kaum einem anderen Wirtschaftzweig in den letzten Jahren eine derartige Preisdisziplin wie in der Gastronomie geübt worden. Zwischen Dezember 1995 und 2001 haben die Gastronomen ihren Gästen lediglich eine Steigerung von 8,2 % serviert und lagen somit deutlich unter dem allgemeinen Anstieg von 9,6 %.

Aus diesem Grund sollten die Wirte nicht angeprangert werden, wenn Preise an ebenfalls gestiegene Kosten angepasst würden. Denn neben der drastischen Verteuerung der Einkaufspreise hätten die gastgewerblichen Unternehmer ebenso die staatlich verursachten Kostenbelastungen in besonderem Maße zu schultern. So habe neben den katastrophalen finanziellen Folgen des 630-Mark-Gesetzes
(325-Euro-Gesetz) und weiterer mittelstandsfeindlicher Maßnahmen der Bundesregierung im notgedrungen energieintensiv produzierenden Gastgewerbe die Ökosteuer zum Jahreswechsel bereits zum vierten Mal voll zugeschlagen, beklagt der DEHOGA-Präsident.

Wer also – wie der Bundesfinanzminister Eichel – im Glashaus sitze, sollte nicht mit Steinen auf freie Unternehmer werfen, die sich Tag für Tag neu am Markt behaupten müssten, so Fischer. Daher ist eine mäßige Korrekturdes Preisniveaus, die sich zur Euro-Bargeldeinführung nur leicht über dem allgemeinen Anstieg bewegt hat, im Gastgewerbe längst überfällig und auch im Sinn der über eine Million Mitarbeiter, denen die Hoteliers und Gastronomen auch zukünftig sichere Arbeitsplätze garantieren wollen, gewesen.Dass moderate Preisanpassungen im Zuge der Währungsumstellung vorgenommen wurden, liegt in der Gastronomie darin begründet, dass in Restaurants und Wirtschaften wegen der aufwendigen und kostenintensiven Umgestaltung der Speisekarten nicht die Möglichkeit besteht, das Preisniveau kurzfristig zu korrigieren. “Ein Teil der Unternehmen hat deshalb lange gewartet, längst überfällige Erhöhungen vorzunehmen, die in unseren Betrieben, den Wechselstuben der Nation, ohnehin nicht zum Nulltarif zu haben war”, kommentiert Ernst Fischer.

“Gastronomen sind freie Unternehmer in stets hart umkämpften Märkten. Somit ist es auch mehr als selbstverständlich, Preise bei gestiegenen Kosten neu zu kalkulieren und am Markt auszurichten. Hier wird nichts andres getan, als umsichtig den Markt zu testen, was in Deutschland zum Glück immer noch erlaubt ist”, stellt Ernst Fischer angesichts der Preisdiskussionswelle, die derzeit über Deutschland schwappt, fest. “Wer jedoch über das Ziel hinaus geschossen ist, dem helfe auch kein guter Rat”, mahnt der DEHOGA-Präsident. Die Hoteliers und Gastronomen, die bei der Preisfindung überreizt hätten, würden spätestens dann zurückrudern, wenn sie von den mündigen Gästen die Quittung erhielten, vertraut Fischer auf die Kraft des Marktes und des Wettbewerbs.

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