Für eine Ferkelkastration unter lokaler Betäubung sprechen sich der Fleischerverband Bayern sowie die Bauernverbände von Bayern und Baden-Württemberg in einer gemeinsamen Erklärung aus. Sie forderten, dass bis zur gesetzlichen Neuregelung 2019 verstärkt geforscht werden müsse, um Alternativen für die dann vorgeschriebene Betäubung zu haben. „Es ist wichtig, dass wir eine Lösung finden, die den Ansprüchen der Verbraucher und der Fleischqualität aber auch dem Tierschutz sowie der Landwirtschaft und den Verarbeitern gerecht wird“, unterstrich Konrad Ammon jun., Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern. Als „Bärendienst“ bezeichnete Walther Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, eine Vollnarkose, da diese die wenige Tage alten Tiere „extrem belastet“. Zudem stelle sie erhebliche Zusatzkosten und Zeitaufwand für die Betriebe dar. Dies unterstrich auch Dr. Andreas Randt, Tierärztlicher Leiter des Tiergesundheitsdienstes Bayern. Er betonte, dass auch in der Humanmedizin eine lokale Betäubung bevorzugt werde, da eine Vollnarkose „erhebliche Risiken“ berge. Die gemeinsame Forderung an die Politik lautet daher die Verfahren zur örtlichen Betäubung weiter zu erforschen sowie eine Zulassung wirkungsvoller und bewährter Lokalanästhetika für den Nutztierbereich zu prüfen. www.fleischerverband-bayern.de
Im Bild (v.l.n.r.): Klaus Mugele, Vizepräsident Landesbauernverband Baden-Württemberg; Josef Weiß, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft; Walter Heidl, Präsident Bayerischer Bauernverband; Konrad Ammon, LIM Fleischverband Bayern; Dr. Wolfgang Hansen, Veterinärrechts-Experte und Autor des Gutachtens; Dr. Andreas Randt, Tierärztlicher Leiter Tiergesundheitsdienst Bayern.
Foto: Fleischerverband Bayern