Fleischproduktion

Langsam, aber stetig aus der Krise

Belgische Schweineschlachtungen: Leichtes Plus 2024

2024 wurden 9,4 Millionen Schweine in Belgien gewerblich geschlachtet. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein leichtes Plus von 0,4 Prozent oder 34.000 Schlachtungen. Das meldet das belgische Statistikamt Statbel.

Nach einigen Krisenjahren, die unter anderem mit unbefriedigenden Erzeugerpreisen und unsicheren rechtlichen Rahmenbedingungen einhergingen, haben zahlreiche Produzenten in den vergangenen Jahren entweder die Erzeugung gedrosselt oder sind ganz aus der Schweinehaltung ausgestiegen. Zudem hat die Flämische Region zur Reduzierung von Stickstoffeinträgen in Naturschutzgebieten Beihilfegelder für ausstiegswillige Schweinehalter zur Verfügung gestellt, was sich ebenfalls negativ auf die Bestands- und damit die Schlachtzahlen ausgewirkt hat.

Joris Coenen: Motivationsschub bei Schweinehaltern

2022 reduzierten sich die Schlachtzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent auf 10,52 Mio. Tiere. Im Folgejahr schrumpften die Zahlen um weitere 11 Prozent auf 9,36 Mio. Tiere. Damit gingen 2023 erstmals seit mehr als 30 Jahren weniger als 10 Millionen Schweine im Königreich an den Haken.

„Offensichtlich haben die besseren Erzeugerpreise 2024 für einen Motivationsschub bei den Schweinehaltern gesorgt: Die Talfahrt scheint gestoppt!“, erklärt Joris Coenen, Manager von Belgian Meat Office in Brüssel, den leichten Anstieg der Schlachtzahlen. Coenen geht davon aus, dass sich die Schlachtzahlen 2025 auf dem Vorjahresniveau stabilisieren.

2024 schlug die in Belgien erzeugte Schweinefleischmenge mit 945.000 Tonnen zu Buche, damit wurde das Vorjahresergebnis um zwei Prozent übertroffen. 54 Prozent der belgischen Fleischerzeugung gehen auf das Konto von Schweinefleisch.

Weitere Stabilisierung erwartet

Im zurückliegenden Jahr wurden zudem 809.217 Rinder der Schlachtbank zugeführt, das sind fünf Prozent mehr als 2023. Die gesteigerten Zahlen sind teilweise auf die behördlich angeordneten Schlachtungen im Rahmen der virusbedingten Infektionskrankheit IBF zurückzuführen. In Flandern waren 3.000 bis 4.000 Rinder von dieser Maßnahme betroffen. „Ähnlich wie bei den Schweinefleischwirtschaft erwarten wir auch in der Rindfleischbranche für 2025 eine Stabilisierung der Schlachtzahlen“, so Coenen. Mit 249.000 Tonnen stellt Rindfleisch 14 Prozent der gewerblich erzeugten Fleischmenge Belgiens. (Quelle: Statbel & BMO)

Die Geflügelschlachtungen verbuchten 2024 ebenfalls ein Wachstumsplus, und zwar um 3 Prozent auf 310,5 Mio. Stück – gegenüber 301,6 Mio. Tieren im Jahr zuvor. Statbel berichtet ferner, dass im zurückliegenden Jahr belgienweit monatlich 58.600 Puten, 5.600 Schafe, 4.300 sonstiges Geflügel, 2.400 Enten, 2.200 Ziegen und 130 Pferde geschlachtet wurden. (Quelle: Statbel & BMO)

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