Lebensmittelfälschungen erkennen

Mit dem Forschungsprojekt „Animal-ID“ des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sollen Fälschungen von Lebensmitteln tierischen Ursprungs künftig noch leichter nachweisbar sein. Dafür gab die Parlamentarische Staatssekretärin Frau Dr. Maria Flachsbarth (BMEL) den Startschuss. „Illegale Beimengungen von Fleisch, wenn sie entdeckt werden, verunsichern nicht nur die Verbraucher, sondern können auch gesundheitliche Risiken darstellen“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Deshalb ist es zwingend notwendig, dass die Überwachungsbehörden über Methoden verfügen, solche Lebensmittelverfälschungen schnell und zuverlässig aufzudecken.“ Ziel des Projektes ist es, neue Analysemethoden zu entwickeln, mit deren Hilfe tierische Bestandteile in Lebens- und Futtermitteln sicher nachgewiesen werden können. Dazu sollen etwa empfindliche und effiziente Schnelltests entwickelt werden, die vor Ort, z. B. in den Betrieben sowie bei der amtlichen Kontrolle, einfach einsetzbar sind.

 

Die zoologische Herkunft tierischer Lebensmittel muss für die amtliche Kontrolle überprüfbar sein, insbesondere wenn die Waren aufgrund ihrer Verarbeitung visuell nicht mehr einer Tierart zuzuordnen sind. Mit Hilfe derzeit zur Verfügung stehender Methoden können die gesetzlichen Anforderungen oft nicht oder nur teilweise erfüllt werden. Daher sind neue Verfahren erforderlich.

Im Rahmen des Projekts werden für unterschiedlich prozessierte Lebens- bzw. Futtermittel verschiedene Strategien verfolgt: Um die Lücken der bislang zur Verfügung stehenden Verfahren auf dem Futtermittelsektor zu schließen, ist das Verfahren der Massenspektrometrie in Kombination mit innovativen Verfahren zur Peptid- bzw. Proteinanreicherung die realistischste Alternative. Diese Methode hat gegenüber anderen Verfahren den Vorteil, bis zu zehnmal empfindlicher zu sein. Für weniger prozessierte Lebens- und Futtermittel sind immunologische Schnelltests geeignet. Diese lassen sich im Gegensatz zu den bisherigen Methoden ohne spezifische Expertise und Labor vor Ort innerhalb von rund zehn Minuten durchführen. Im Projektverlauf sollen für die wichtigsten Tierarten in Fleischprodukten wie Rind, Schwein, Pferd, Schaf, Ziege, Huhn, Pute, Gans, Ente sowie Ren, Elch und Hirsch solche immunologischen Schnelltests entwickelt werden. Für den gesundheitlichen Verbraucherschutz ist es von grundlegender Bedeutung, dass die Echtheit von Lebens- und Futtermitteln analytisch überprüfbar ist. Die Ursachen für die Verfälschungen können sowohl in illegalen Praktiken als auch unbeabsichtigten Beimengungen nicht-deklarierter Tierbestandteile bestehen.

 

www.bfr.bund.de

 

Foto: XtravaganT/Fotolia

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