Sieben Jahre Aus- und Fortbildung liegen hinter Stefan Wenisch (23). Nun fühlt sich der junge Metzgermeister bestens vorbereitet, um im Familienbetrieb in Straubing noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Dabei profitiert er von den Chancen und Möglichkeiten, die ihm seine fundierte Ausbildung bietet. Darum geht es auch in der Kampagne „Elternstolz“ des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, der Industrie- und Handelskammern in Bayern (BIHK) sowie der bayerischen Handwerkskammern (HWK). Eine Lehre im heimischen Betrieb kam für ihn nicht in Frage: „Ich wollte sehen, wie es woanders läuft und was die anderen anders machen. Daheim arbeite ich schließlich noch lang genug.“
Also ging er nach dem Realschulabschluss in einer Metzgerei in Mallersdorf in die Lehre. 2012 wurde er „Deutschlands bester Jungmetzger“ – sogar die „Bravo“ widmete ihm eine Doppelseite. „Natürlich ist das ein schöner Titel, der mir auch die Gelegenheit gegeben hat, etwas zum positiven Image des Metzgerhandwerks beizutragen. Ausruhen kann man sich auf den Lorbeeren nicht.“ Im Gegenteil. Er steckte sich neue Ziele, absolvierte ein Praktikum an der Fleischerschule Augsburg und arbeitete in der Fleisch- und Wurstproduktion für das Hofbräuhaus München. Dem Meisterkurs folgte die Fortbildung zum Betriebswirt. Im Juni stehen die letzten Prüfungen an der staatlichen Fachschule für Lebensmitteltechnik in Kulmbach an, an der er sein zweijähriges Studium zum Fleischtechniker zu Ende bringt.
Stefan Wenisch weiß, wovon er spricht. Seit dem 12. Lebensjahr packt er in der Metzgerei seines Vaters Anton mit an. Inzwischen zählen auch ein Hotel, ein Bauernhof, ein Gasthaus sowie ein Catering-Service zu dem über Jahrzehnte gewachsenen Unternehmen. Das Aushängeschild ist die Ochsenbraterei am Straubinger Gäubodenfest. „Obwohl ich in den letzten Jahren viel unterwegs war, zum Gäubodenfest war ich immer daheim“, erzählt er. Die Brüder Toni und Christoph kümmern sich um die Küche, Mutter Waltraud um die Reservierungen. „Vormittags bin ich immer in der Produktion, nachmittags arbeite ich zusammen mit meinem Vater draußen im Zelt.“ 14 Tage lang, 15 Stunden am Tag. Der Jungmetzger weiß also genau, was auf ihn zukommt, wenn er bald mehr Verantwortung übernimmt. Zuletzt plante er eine neue Metzgereifiliale in einem Einkaufszentrum. Am meisten freut es ihn aber, wenn den Leuten seine Produkte schmecken: „Menschen mit einer guten Weißwurst, einem leckeren Leberkäse oder einem knusprigen Ochsenbraten glücklich zu machen: Das ist das Besondere an diesem Beruf.“ www.wenisch-straubing.de
„Elternstolz“
Mit der Kampagne „Elternstolz“ wollen das Bayerische Wirtschaftsministerium, die Industrie- und Handelskammern in Bayern sowie die bayerischen Handwerkskammern Jugendliche und deren Eltern von den Vorteilen einer Handwerkslehre oder Ausbildung überzeugen. „Wir setzen ein klares Zeichen: Die berufliche Bildung bietet jungen Menschen Karriere- und Entwicklungschancen, die einem Studienabschluss in nichts nachstehen“, sagt Ilse Aigner, Bayerns Wirtschaftsministerin. Damit soll dem Mangel an ausgebildeten Fachkräften in der heimischen Wirtschaft entgegengetreten werden. www.elternstolz.de
Foto: Elternstolz