Mahlzeiten mit Fußabdruck

Ein Wuppertaler Wissenschaftlerteam hat eine integrierte Methode zur Berechnung von ökologischen und gesundheitlichen Wirkungen von Ernährung entwickelt.

 

Dass unsere Ernährungsweise die Umwelt belastet, ist inzwischen weitgehend bekannt: Der Joghurtbecher, dessen Bestandteile aus aller Welt anreisen; die Erdbeeren im Winter, die große Mengen Wasser in Trockengebieten verbrauchen oder der mit hohem Fleischkonsum verbundene Futtermitteleinsatz und Landverbrauch. Der Ernährungssektor gehört zu den großen Ressourcenverbrauchern und Klimakillern.

 

In einem mehrjährigen Prozess hat ein wissenschaftliches Team des Wuppertal Instituts eine Methode entwickelt, den “ökologischen Fußabdruck” von Nahrung so zu berechnen, dass wesentliche gesundheitliche und umweltwirksame Faktoren integriert werden. Die Formel wurde beispielhalt auf ausgesuchte Mahlzeiten aus der klassischen Mittagsverpflegung angewandt.

 

Als Indikatoren für Gesundheit werden verwendet: Energiegehalt, Salzgehalt, Anteil an Ballaststoffen und gesättigten Fetten. Die Umweltindikatoren sind: der “ökologische Rucksack” (Ressourcenverbrauch), der CO2-Fußabdruck, der Wasserfußabdruck und der Flächenverbrauch.

 

“Mit den Ergebnissen kann man Konsumenten und Nahrungsmittelproduzenten sehr anschaulich darstellen, wie unterschiedlich umwelt- und gesundheitsbelastend eine Mahlzeit sein kann”, sagt Melanie Lukas, Oecotrophologin im Wuppertaler Forschungsteam. “Damit haben wir eine belastbare Entscheidungshilfe für das Ernährungsverhalten entwickelt, die potenziell dazu beitragen kann, den Ressourcenverbrauch im Ernährungssektor zu senken und ihn gesünder werden zu lassen”, erklärt die Wissenschaftlerin.


 

Die neue Methode haben Melanie Lukas, Holger Rohn, Michael Lettenmeier, Christa Liedtke und Klaus Wiesen nun in dem wissenschaftlichen “Journal of Cleaner Production” unter dem Titel “The Nutritional Footprint – integrated methodology using environmental and health indicators to indicate potential for absolute reduction of natural resource use in the field of food and nutrition” (DOI: 10.1016/j.jclepro.2015.02.070) veröffentlicht.

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