Preisfrage Tierwohl

Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat das Meinungsforschungsinstitut forsa rund 1.000 Bundesbürger ab 14 Jahren zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten befragt. Die wichtigsten Ergebnisse dieser zweiten Untersuchung nach 2015 über Deutschland, wie es isst, sind im Ernährungsreport 2017 zusammengefasst.

 

Tierwohl – schön und gut. Aber wären die Deutschen auch bereit, für Lebensmittel mehr zu zahlen, wenn Tiere dafür besser gehalten worden sind, als es das Gesetz vorschreibt? Keine Frage, sagen neun von zehn Befragten (88 %). Frauen (90 %) präsentieren sich dabei noch etwas entschlossener als Männer (85 %).

 

3,60 €/kg mehr für bessere Tierhaltung

Welchen Kilopreis würden die Befragten ganz konkret in Euro und Cent zahlen wollen oder können? Hier ergibt der rechnerische Mittelwert 13,60 €. Zugrunde gelegt wird dabei ein Kilopreis für Fleisch aus herkömmlicher Produktion in Höhe von 10 €. Je jünger die Befragten übrigens sind, desto höher ist ihre Bereitschaft zu einem Aufpreis: Jugendliche würden mit 14,70 € am tiefsten in den Geldbeutel greifen, die über 60-Jährigen halten sich bei 12,20 € am ehesten zurück.

 

Lebensmittel werden in Deutschland unter guten bis sehr guten Bedingungen produziert. Das sagen dem neueste Ernährungsreport zufolge fast drei Viertel der Deutschen (71 %). Doch ein Viertel (24 %) ist anderer Meinung.

 

Mehr Transparenz erwünscht

Verbesserungsbedarf sehen die Befragten vor allem im Umgang mit dem Tierwohl: Hier halten sie mit großer Mehrheit (87 %) eine Verbesserung für erforderlich, eine Überprüfung und Verbesserung der Standards für erforderlich, wünschen sich aber auch zu großen Teilen (82 %) mehr Transparenz für Verbraucher, etwa durch Siegel oder Label.

 

Die meisten Umfrageteilnehmer nennen eine artgerechte Haltung der Tiere (70 %) noch vor der Produktqualität (69 %). Für tiergerechte Bedingungen sprechen sich mehr Frauen (76 %) als Männer (63 %) aus. Ebenfalls gewünscht: eine faire Entlohnung der Mitarbeiter (57 %), umweltschonende Produktionsmethoden (49 %), die Pflege ländlicher Räume (46 %) sowie Offenheit und Transparenz (45 %). www.bmel.de

 

 

Grafik: BMEL

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